Geldwäsche Schmutzige Geschäfte

Sechs Monate vor der Euro-Einführung boomt das kriminelle Geschäft mit den Milliarden. Frankfurt gilt als Drehscheibe für die dunklen Machenschaften.

Saarbrücken – Die Finanzmetropole Frankfurt am Main gilt als ein internationaler Dreh- und Angelpunkt. Mit 543 Verdachtsfällen in den ersten fünf Monaten 2001 sei das Vorjahresniveau bereits nahezu erreicht worden, hieß es in einer Vorabmeldung des ARD-Magazins "Plusminus" am Dienstag.

Die Staatsanwaltschaft rechne bis Ende 2001 mit bis zu 1300 Fällen und einer Steigerung um deutlich über 100 Prozent. Bei einem großen Teil der Fälle gehe es um Beträge von mehreren Millionen Mark, hieß es.

Experten: Die Lage spitzt sich zu

Die Experten rechnen den Angaben zufolge im Zuge der Euro-Einführung mit einer weiteren Zuspitzung der Situation. Zugleich beklagten sie, dass die bestehenden Gesetze eine konsequente Ahndung dieser Straftaten nicht ermöglichten.

Noch immer müssten die Fahnder nachweisen, dass verdächtiges Geld aus einer Straftat stamme. Viel effektiver bei der Fahndungsarbeit sei nach Einschätzung der Experten eine Umkehrung der Beweislast, wonach ein Verdächtiger beweisen müsse, dass das Geld legal erwirtschaftet worden sei.

Allein in Luxemburg seien im vergangenen Jahr umgerechnet 1,8 Milliarden Mark unter Geldwäsche-Verdacht beschlagnahmt worden. In 23 Fällen seien die Fahnder nach Rechtshilfe-Ersuchen - auch aus Deutschland - tätig geworden. Zudem steige die Zahl der Verdachtsmeldungen durch Luxemburger Banken seit drei Jahren stetig an. Ein Sprecher der Luxemburger Staatsanwaltschaft sagte dem ARD-Magazin, 1998 seien noch 100 Meldungen eingegangen. Für das laufende Jahr rechnet er mit doppelt so vielen Verdachtsmeldungen.

15 Länder dulden Geldwäsche

In Paris trifft sich am Freitag eine Gruppe internationaler Experten, um über weitere Schritte zur Bekämpfung der Geldwäsche zu beraten. Unter anderem geht es dabei um eine so genannte "Schwarze Liste" von derzeit 15 Ländern, die laut "Plusminus" Geldwäsche dulden. Zu ihnen zählten unter anderem Liechtenstein und die britische Kronkolonie Cayman Islands.