Dell Aktienrückkauf zum doppelten Marktpreis

Der Konzern muss seine Bargeld-Reserven anbrechen. Optionsgeschäfte belasten die Bilanz.

London - Der US-amerikanische Computerhersteller Dell will eigene Aktien zum annähernd doppelten Marktpreis zurückkaufen. Dell werde 47 Dollar je Aktie bieten, während der Markt die Titel derzeit mit 24 Dollar bewertet, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe am Dienstag unter Berufung auf das Unternehmen. Der Grund sei ein Optionsprogramm.

Dell hat nach Angaben der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) derzeit Verkaufsoptionen über 96 Millionen Aktien zu einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 44 Dollar gezeichnet. Diese haben unterschiedliche Laufzeiten bis zum 2. Mai 2003. Bei einem insgesamt schwachen Aktien-Markt entspreche dies Verbindlichkeiten von 4,22 Milliarden Dollar, hieß es.

Dell hatte bereits in der Vergangenheit Put-Optionen verkauft, um sich die Kosten für die Aktienausgabe zu sparen. Diese Strategie hatte Erfolg, solange der Aktienkurs über dem Ausübungskurs der Optionen lag, hieß es. Die PC-Aktien-Schwäche belaste nun allerdings das Unternehmen beim Rückkauf.

Ein Dell-Sprecher hob hingegen hervor, dass die Verkaufsoptionen als Teil des Aktien-Rückkaufprogramms von 887 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von unter neun Dollar je Aktie beigetragen hätten. Mit den Verkaufsoptionen seien die Kosten des Programms minimiert worden, sagte er.

Dell sei bereit, seine Bar-Reserven von etwa 5,27 Milliarden Dollar für den Aktienrückkauf anzutasten, hieß es. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (4. Mai) habe Dell 751 Millionen Dollar für den Aktienrückkauf ausgegeben, berichtete die Zeitung. Dies entspreche rund 91 Prozent des Cash Flow.