Zentaris Kurz vor dem Ziel gestrauchelt

Die Degussa-Tochter hat ihren für Montag geplanten Börsengang abgeblasen.

Frankfurt - Zwei Tage vor der geplanten Erstnotiz kam das das Aus: Der Börsengang der Zentaris AG, Frankfurt, wurde verschoben. Dies teilten das Unternehmen und der Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein am Wochenende mit. Begründet wurde die Verschiebung mit der augenblicklich negativen Börsenstimmung im Biotech-Sektor und dem äusserst schwachen Gesamtmarktumfeld.

Zentaris wollte ursprünglich am Montag, den 18. Juni, an den Neuen Markt gehen. Die Aktien waren in einer Preisspanne von 11 bis 14 Euro angeboten worden. Das Unternehmen ist ein Spin Off der Degussa-Tochter Asta-Medica und beschäftigt sich mit Biopharmazeutika und Gentherapie.

Die in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Schwierigkeiten eines Wettbewerbers mit der Zulassung eines Medikaments gegen Prostatakrebs in den USA hätten "maßgeblich zur Irritation des Marktes beigetragen und eine Bewertung von Zentaris deutlich erschwert", hieß es.

Ein weiterer Grund für die Verschiebung des IPOs dürfte die schlechte Resonanz des Marktes gewesen sein, die sich in den niedrigen Graumarktkursen  widerspiegelt. Hier war zuletzt ein Kurs von 11,50 zu 12,10 Euro gestellt worden.

Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein hatte sich noch bis vor wenigen Tagen optimistisch für den Börsengang gezeigt. Die Marktkapitalisierung von Zentaris wurde auf rund 252 Millionen Euro veranschlagt.

Auch Zentaris-Chef Jürgen Engel war zuversichtlich. Die Produkt-Pipeline des Unternehmens zählt nach seiner Meinung des zu den aussichtsreichsten auf dem europäischen Biotechnologie-Markt. "Degussa hat uns zudem schuldenfrei in die unternehmerische Unabhängigkeit entlassen", sagte er im Vorfeld der geplatzten Emission. "Daher können wir den Emissionserlös zur Finanzierung des eigenen Wachstums und zum Aufbau der Technologieplattformen sowie zur Finanzierung von klinischen Studien verwenden."

Das Geschäftmodell umfasse die gesamte Wertschöpfungskette in der Medikamentenentwicklung. Zentaris stünden sowohl Möglichkeiten der Eigenvermarktung - vorzugsweise über Joint Ventures - als auch die Auslizensierung ihre Produkte und Projekte offen.


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