Börsen-Ausblick Unerfreuliche Signale vom Dax-Chart

Was die Analysten und Charttechniker von der kommenden Woche erwarten.

Frankfurt - Spannend und sehr volatil dürfte es auch wieder in der kommenden Woche an den deutschen Finanz-Märkten werden. Bereits in den vergangenen Tagen reagierten die verunsicherten Anleger äußerst sensibel auf die ernüchternden Gewinn- und Umsatzprognosen einzelner Unternehmen. So standen sämtliche Technologiewerte nach Gewinnwarnungen von Nokia, Nortel und Phillips erheblich unter Druck.

Die Erwartungen am Parkett für die bevorstehenden Unternehmens-Zahlen des zweiten Quartals sind deshalb auch deutlich verhaltener geworden. Von einer erhofften Ertragswende geht nun auch niemand mehr ernsthaft aus. Vielmehr werden es wohl weiter Gewinnwarnungen sein, die die Märkte im Vorfeld der erst für den nächsten Monat anstehenden Berichtsaison in Atem halten werden.

Gerüchte um Gewinnwarnungen bei Cisco und Microsoft

Am Freitag waren auf dem Parkett schon wieder Gerüchte über bevorstehende Gewinnwarnungen bei Cisco Systems und Microsoft zu vernehmen gewesen. Dass die Anleger mit ihren Engagement in Technologietitel auch weiterhin zurückhaltend bleiben werden, dürfte deshalb auch niemanden verwundern. Eine Trendwende in den High-Techs verzögert sich damit freilich auf unbestimmte Zeit.

Doch Hoffnung geben die Analysten der DG-Bank schon wieder für das dritte Quartal. Die Zinssenkungen der Vergangenheit, sowie die Steuersenkungen in den USA sollten bis dorthin endlich ihre volle konjunkturelle Wirkung entfaltet haben. Sollten die Zahlen für das zweite Quartal entgegen aller Erwartungen doch besser ausfallen, schließen die Analysten sogar eine bevorstehende Sommerrally nicht gänzlich aus.

Dax-Chart: Signal für einen längerfristigen Abwärtstrend

Charttechnisch jedenfalls gab der DAX mit dem Unterschreiten der 6000er Marke am Freitag das Signal für einen längerfristigen Abwärtstrend. Ob diese Dax-Schwäche jedoch lediglich auf den dreifachen Verfallstermin an den Terminmärkten zurück zu führen ist, wird sich erst im Verlauf der kommenden Handelswoche deutlicher zeigen.

Von der konjunkturellen Seite werden zunächst keine positiven Impulse mehr zu erwarten sein. In einem Klima anhaltender Inflation erwartet dann auch niemand eine Zinssenkung der EZB auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag. Für den am Freitag erwarteten Ifo-Geschäftsklima-Index gehen die Analysten der GZ Bank von einem weiter anhaltenen Abwärtstrend aus.

DG-Bank erwartet Sinken der Inflationsrate

Am Dienstag gibt es dann noch die Zahlen zur Industrieproduktion in der Europäischen Wirtschaftsunion (EWU), die ebenfalls schwächer ausfallen sollten. Die Analysten der DG-Bank sind jedoch weiter zuversichtlich, dass die europäischen Inflationsraten im weiteren Jahresverlauf wieder zurückgehen werden. Lediglich eine Preis-Lohn-Spirale, angetrieben durch zu hohe Tarifabschlüsse, könnten die Teuerungstendenzen weiter anheizen.

Die Unternehmensmeldungen der kommenden Woche beschränken sich im wesentlichen auf Hauptversammlungen. Von der Lufthansa, die ihre Aktionäre am Mittwoch geladen hat, wird nicht viel Neues erwartet. Das Unternehmen hatte bereits in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung auf die höheren Kosten durch den Tarifabschluss reagiert.

Hauptversammlungen von Kinowelt, Evotec und Brokat

Auch die am gleichen Tag stattfindenen Hauptversammlung von Metro verspricht keine neuerlichen Überraschungen. Weitere Hauptversammlungen gibt es am Montag von Kinowelt und Evotec sowie von Brokat am Donnerstag.

Eine Analystenkonferenz des Neuen-Markt Titels Vectron am Donnerstag wird wohl ein eher schwächeres Zukunftsbild für das Unternehmen zeichnen. Zwar meldete das Unternehmen in der Vergangenheit regelmäßig kräftige Umsatzzuwächse, doch sanken die Gewinne ständig.

Zentaris-Börsengang kurzfristig verschoben

Ein anderer Termin der kommenden Woche wurde dagegen kurzfristig abgesagt: Der für Montag geplante Börsengang der Zentaris AG, Frankfurt, ist verschoben worden. Dies teilte der Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein am Wochenende mit. Begründet wurde die Absage mit der momentan negativen Stimmung im Biotech-Sektor und dem äusserst schwachen Gesamtmarktumfeld.

Ein weiterer Grund für die Verschiebung des IPOs dürfte die schlechte Resonanz des Marktes gewesen sein, die sich in den niedrigen Graumarktkursen  widerspiegelt. Hier war zuletzt ein Kurs von 11,50 zu 12,10 Euro gestellt worden.

Zu erwähnen bleibt noch, dass die gute alte D-Mark am Mittwoch ihren 53. und letzen Geburtstag feiern wird, bevor sie im kommenden Jahr unwiderruflich durch den Euro abgelöst werden wird.

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