Philips Märkte stark unter Druck

Eine Serie von Gewinnwarnungen drückt die Märkte. Philips und Nortel melden Verluste.

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips schließt angesichts des Flaute auf dem Halbleitermarkt einen Verlust in diesem Jahr nicht aus. Das Unternehmen warnte am Freitag in Amsterdam, das Nettoergebnis könnte leicht negativ ausfallen. Es war bereits die zweite Gewinnwarnung des Konzerns in diesem Jahr.

Der Aktienkurs von Philips brach zeitweise um mehr als acht Prozent ein und zog andere Technologietitel in Europa mit nach unten, die in dieser Woche bereits unter der überraschenden Nokia-Gewinnwarnung gelitten hatten.

Im Bereich Halbleiter erwartet Philips angesichts der Marktflaute einen operativen Verlust von 175 Millionen Euro im zweiten Quartal. Im April hatte das Unternehmen bereits ankündigt, weltweit bis zu 7.000 Stellen zu streichen, nachdem es in den ersten drei Monaten einen dramatischen Gewinneinbruch verzeichnet hatte. Im vergangenen Jahr hatte Philipps noch einen Rekordgewinn von 9,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Auch Nortel mit Verlusten

Zusätzlich wurden die Märkte von den schwachen Quartalsergebnissen des kanadischen Netzwerkausrüsters Nortel Networks belastet. Nortel hatte bereits am Donnerstag hohe Verluste für das zweite Quartal sowie einen massiven Stellenabbau angekündigt. "Die Nortel-Prognosen liegen massiv unter den Erwartungen bei dem Unternehmen", sagte ein Händler. Am Freitag vor Börsenbeginn im kanadischen Toronto stellte Nortel dann einen Verlust von 19,2 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal in Aussicht.

Des weiteren habe auch die Gewinnwarnung des weltweit größten Anbieter von Glasfaserkomponenten, JDS Uniphase, die Technologiewerte belastet, sagten Händler. Nach US-Börsenschluss hatte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Quartal reduziert und dabei auf anhaltend schwache Ausgaben der Telekom-Konzerne verwiesen. Beim weltgrößten Glasfaserhersteller Corning rechnet Merrill Lynch in den nächsten Quartalen mit schwachen Umsätzen und stufte die Papiere herab.

Angesichts dieser Flut von Gewinnwarnungen verstärkten sich die Gerüchte am Markt, wonach der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft vor der Veröffentlichung einer Gewinnwarung stehe. "Warum sollte Microsoft nicht auch Probleme haben?" frageten Händler.

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