Euro Rallye nach Kritik am starken Dollar

Die Kritik des US-Industrieverbandes an der Politik des starken Dollar führt zu einer Rallye.

Frankfurt - Die Gemeinschaftswährung stieg am Donnerstag über die Marke von 86 Cent - ein Zuwachs von rund 1 Cent. Der am Vormittag veröffentlichte Juni-Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) löste dagegen keine nennenswerte Euro-Schwäche aus. Auch die weitgehend erwartungsgemäß ausgefallenen US-Konjunkturdaten belasteten den Euro nur vorübergehend.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der Abkühlung der Weltkonjunktur ihre Wachstumsprognose für den Euroraum in diesem Jahr deutlich nach unten korrigiert. Die Währungshüter erwarten im aktuellen Monatsbericht nur noch ein Wachstum von 2,2 bis 2,8 Prozent. In der letzten Projektion im vergangenen Dezember waren sie noch von 2,6 bis 3,6 Prozent ausgegangen.

Dollar bis 30 Prozent überbewertet

Der Industrieverband National Association of Manufacturers (NAM) bekräftigte seine Forderung an die US-Regierung nach einer Abkehr von ihrer Politik des starken Dollar. Die US-Währung sei um 25 bis 30 Prozent "aus der Balance", sagte Verbandspräsident Jerry Jasinowski. Dies sei ein Wettbewerbsnachteil, der die US-Industrie belaste.

Für Forderungen nach einer koordinierten Intervention zur Schwächung des Dollar sei es zu früh. Doch es könnten "gemeinsame Aktionen auf Seiten unserer Industriepartner" nötig sein angesichts der Dollar-Stärke. "Der NAM-Kommentar hat den Dollar ins Rollen gebracht", sagte ein Analyst in Chicago.

Händler gingen indesen davon aus, dass sich die US-Währung schon bald wieder erholen werde und zeigten sich von dem Ausmaß der Kursgewinne des Euro überrascht. Die Forderung des NAM sei nicht neu und sei auch mehrfach von der US-Regierung zurückgewiesen worden, sagte anderer Händler. Das US-Finanzministerium bekräftigte auch prompt, Finanzminister O´Neill unterstütze weiterhin die Politik des starken Dollar.

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