EM.TV Zahlen verspätet vorgelegt

Weitere Probleme für Thomas Haffa: Die Börse hat wegen Regelbruchs eine Geldstrafe verhängt.

München - Die Deutsche Börse hat der EM.TV & Merchandising eine Geldstrafe von 50.000 Euro auferlegt, nachdem das Unternehmen die endgültigen Geschäftszahlen des Jahres 2000 nicht wie gefordert bis zum 30. April veröffentlicht hatte. Obwohl das Unternehmen die Zahlen am 30. April auf einer Pressekonferenz vorgestellt habe, sei die offizielle Bestätigung der Rechnungsprüfer erst 18 Handelstage später bei der Börse eingegangen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag.

Der Stichtag war bereits das Resultat einer Fristverlängerung durch die Börse. EM.TV hat nun eine dreiwöchige Fristverlängerung für die Veröffentlichung der endgültigen Zahlen des ersten Quartals 2001 beantragt. Die Börse habe noch nicht reagiert, sagte die Unternehmenssprecherin. Die Zahlen hätten bis zum 31. Mai offengelegt werden müssen.

Geringerer Fehlbetrag als erwartet

Die jetzt vorgestellten endgültigen Bilanzzahlen für das Jahr 2000 weisen eine kleine Überraschung auf: Der Verlust wird mit 2,56 Milliarden Mark ausgewiesen. Dies geht aus der verspäteten Veröffentlichung der von den Wirtschaftsprüfern von PriceWaterhouseCoopers testierten Bilanz auf der Internetseite der Deutschen Börse hervor.

Bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen Anfang Mai hatte Vorstandsvorsitzender Thomas Haffa noch mit einem Fehlbetrag in Höhe von 2,8 Milliarden Mark gerechnet. Der Umsatz blieb mit 1,28 Milliarden Mark nur knapp unter den angekündigten 1,3 Milliarden Mark. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Stichtag 1,62 Milliarden Mark. Das Unternehmen drücken langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 2,57 Milliarden Mark.

Aktienkurs bleibt am Boden

Der Aktienkurs ist nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen weiter abgerutscht und notierte am Donnerstagnachmittag mehr als drei Prozent schwächer. "Die ganzen Spekulationen und politischen Vorstöße der letzten Zeit haben keine Auswirkung auf die Lage des Unternehmens", sagte ein Analyst einer Münchner Großbank. Die Veröffentlichung der endgültigen Zahlen für das Jahr 2000 sei ein erster Schritt. Allerdings seien die Zahlen für das erste Quartal weiterhin noch überfällig.

Am Mittwoch hatte der Filmunternehmer Leo Kirch angekündigt, den interessierten Autoherstellern Anteile an der Formel Eins Holding SLEC anzubieten. An der SLEC sind neben dem Formel Eins Manager Bernie Ecclestone noch Leo Kirch und EM.TV beteiligt. Kirch hatte EM.TV Anteile an der Holding abgekauft.

Dagegen beschwerte sich heute der Filmkaufmann und Kirch-Kontrahent Heribert Kloiber beim Bundeskartellamt. Sein Vorwurf: Kirch habe mit den Rechten an einer ganzen Anzahl an Sport-Großveranstaltungen eine marktbeherrschende Position. Dies wurde von Kirch zurückgewiesen.

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