United Visions "Handelsauffälligkeit" vor Fusion

Hohe Umsätze vor einer Ad-Hoc-Meldung erregen den Argwohn der Wertpapieraufsicht.
Von Clemens von Frentz

Berlin - Erneut muss sich das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) mit Umsatzauffälligkeiten vor einer Ad-hoc-Meldung am Neuen Markt befassen. Betroffen diesmal: die Aktie des Medienunternehmens United Visions Entertainment AG.

Das Berliner Unternehmen meldete am gestrigen Donnerstag, dass der Vorstand über eine Fusion mit der internationalen Werbeagentur Scholz & Friends Group GmbH verhandelt. Die entsprechende Ad-hoc-Meldung wurde unmittelbar vor Börsenschluss übermittelt und lief um 19.59 Uhr über die Ticker.

Bereits drei Stunden vorher allerdings, ab 17 Uhr, zog die Aktie deutlich an und stieg in der Folge um etwa 18 Prozent. Begleitet war dieser Anstieg von ungewöhnlich hohen Umsätzen. Im Xetra-Handel wurden bis 20 Uhr 22.303 Aktien im Wert von 166.895,35 Euro umgesetzt. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Volumen der letzten 30 Tage lag bei knapp 60.500 Euro.

Diese Auffälligkeit hat das Bundesaufsichtsamt veranlasst, sich mit dem Fall zu befassen. BAWe-Sprecherin Sabine Reimer bestätigte gegenüber manager-magazin.de: "Unsere Analysten werden sich die Umsätze im Vorfeld der Ad-hoc-Meldung sehr genau ansehen. Derzeit wird geprüft, ob es sich bei dem gemeldeten Sachverhalt um eine so genannte 'Insider-Tatsache' handelt."

United Visions ist ein Full-Service-Dienstleister im Medienbereich. Das Unternehmen entwickelt Formate für TV und Internet, produziert und vermarktet sie.

Wie das Unternehmen am heutigen Freitag mitteilte, wurden die am Vortag gemeldeten Verhandlungen mit Scholz & Friends erfolgreich abgeschlossen. Die beiden Gesellschaften fusionieren nun zur Scholz & Friends AG.

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