Dienstag, 2. Juni 2020

Metabox Chronik eines angekündigten Todes

Die lange Geschichte eines Unternehmens, das die Internet-Technik revolutionieren wollte.

Teil 2

November 1999

: Erste Zahlen

Die Metabox AG Börsen-Chart zeigen teilt mit, sie habe im dritten Quartal ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 4,6 Millionen Mark verdoppelt und einen Fehlbetrag von 0,55 Millionen Mark erwirtschaftet. Mit den Zahlen liege man im Plan, erklärt Vorstands-Chef Stefan Domeyer. Das Umsatzziel von 40 Millionen Mark bis zum Jahresende werde erreicht. Für das kommende Jahr habe man Kooperationen mit großen Fachhandelsketten vereinbart und plant zudem eine breite Werbekampagne. Die Aktie legt vier Prozent zu und steigt - nach Kursverlusten nach dem IPO - auf 23,50 Euro.

8. Dezember 1999 : Amstrad wird gekauft

Metabox übernimmt die Amstrad Distribution GmbH. Der Vorstand teilt dazu mit: "Die Marke Amstrad steht seit vielen Jahren für ein breites Angebot an Satellitenempfangstechnik im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus wird unter der Marke Technowelt ein umfassendes Sortiment von Fernsehzubehör angeboten. Für die Metabox AG bedeutet der Erwerb von Amstrad Zugang zum wachsenden Markt für digitale TV-Set-Top-Boxen."

2. März 2000: Strategische Partnerschaft

Das Unternehmen meldet eine strategische Partnerschaft mit NT plus, "einem führenden High-Tech-Distributor, der bundesweit mehr als 5000 Telekommunikations- und IT-Fachgeschäfte beliefert".

März 2000: Israel kommt ins Spiel

Metabox meldet, man habe sich mit der israelischen Ampa Investment Limited einen strategischen Investor ins Boot geholt. Unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals seien neue Aktien im Wert von sieben Millionen Mark an die in Tel Aviv ansässige Gesellschaft ausgegeben worden.

4. April 2000: Schumacher-Affäre

Nach einem Bericht im "Spiegel" legt Manfred Schumacher, ein früherer Kollege von Marian von Korff, sein Amt als Chefredakteur der Zeitschrift "Focus Money" nieder. Schumachers Frau Claudia - ehemalige "Focus"-Redakteurin - ist, wie erst jetzt bekannt wird, mit ihrer Firma "Schumachers AG für Finanzmarketing" für Metabox tätig, und Manfred Schumacher soll in der Beratungsfirma aktiv mitgearbeitet haben. Außerdem ist er Aufsichtsratsmitglied bei Metabox. Das führt zu einigen Irritationen.

In einer Pressemitteilung teilt der Burda-Verlag mit, man habe den Rücktritt Schumachers "entgegengenommen, um auch nur den Anschein einer Interessenkollision auszuschließen". "Focus"-Chef Helmut Markwort, gleichzeitig Herausgeber des neuen Magazins, stellt fest: "Wir kennen keinen Fall der Verquickung von Privatem und Geschäftlichem."



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