Finanzmärkte Erholung in Sicht

Die meisten Analysten erwarten für die kommende Woche keine größeren Rückschläge.

Berlin - Die Mehrheit der deutschen Börsenexperten rechnet für die kommende Börsenwoche nicht mit Kurssprüngen. Nach der erwarteten Zinssenkung durch US-Notenbankchef Alan Greenspan und dem darauf folgenden Optimismus dürfte es auf beiden Seiten des Atlantiks zu Gewinnmitnahmen kommen, erklärte die GZ-Bank am Freitag.

Allerdings gehen die Banker nicht von größeren Rückschlägen aus. Mittelfristig werde sich der Markt wieder erholen, betonten die Analysten. Deshalb könnte man an schwächeren Börsentagen in Werte wie PSA Peugeot Citroen, UBS und Total Fina Elf investieren.

Commerzbank: "Weiterhin größere Kursschwankungen"

Nach Ansicht der Commerzbank befindet sich die Börse derzeit im Spannungsfeld positiver Impulse durch die US-Zinssenkung und belastender Konjunktur- und Unternehmensdaten. So sei auch in nächster Zeit mit größeren Kursschwankungen zu rechnen. Im zweiten Halbjahr 2001 dürfte es zu einer Belebung der US-Konjunktur und damit zu neuen Impulsen für die Weltwirtschaft kommen, hieß es weiter.

Im Hinblick darauf empfehlen die Analysten die DAX-Titel Bayer, Linde und Siemens. Risikofreudige Investoren könnten sich in LPKF und Qiagen engagieren, hieß es. Beide Titel sind am Frankfurter Wachstumssegment Neuer Markt gelistet.

SES empfiehlt Altana, BMW und Jenoptik

Die Strategen von SEB Research gehen davon aus, dass der Aktienmarkt mittelfristig in Schwung kommen wird. Die konjunkturellen Daten mahnen weiterhin zur Vorsicht, betonten die Analysten. Sie raten Anlegern daher nur zu selektiven Aktienkäufen. Interessante Unternehmen sind den Angaben zufolge der Pharma- und Chemiekonzern Altana, BMW, die Hannover Rück sowie der Mischkonzern Jenoptik.

Für die Bankgesellschaft Berlin besteht Anlass für Konjunkturoptimismus. Wegen der hohen Inflationsraten von fast 3 Prozent und einer weniger schlechten Konjunktur als in den USA besitze die Europäische Zentralbank (EZB) zwar nicht den Zinssenkungsspielraum der US-Notenbank Fed, schreiben die Analysten.

Rückkehr der Zinssenkungsfantasie

Da der Höhepunkt der Teuerung jedoch voraussichtlich im Mai erreicht sein werde und danach die Inflationsraten wieder in Richtung der von der EZB gewünschten Zwei-Prozent-Marke tendieren dürften, zeichne sich auch für die Eurozone eine Rückkehr der Zinssenkungsfantasie ab.

Die Analysten gehen deshalb davon aus, dass sich auf mittlere Sicht eine stabilere Aufwärtsentwicklung an den Aktienmärkten durchsetzen könnte. Zu den Empfehlungen der Bankgesellschaft Berlin zählen die Deutsche Post, Preussag sowie der französische Versorger Suez Lyonnaise des Eaux.

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