Preussag Ab nach Süden

Chef Michael Frenzel pflegt den Aktienkurs. Die neue Beteiligung wird an der Börse honoriert.

Frankfurt am Main - Der auf der Hauptversammlung am Freitag beschworene "exzellente" Start ins Geschäftsjahr 2001 hat der Preussag-Aktie zum Wochenschluss zu einem deutlichen Kursaufschlag verholfen. Die Ankündigung von Konzernlenker Michael Frenzel, in den italienischen Reisemarkt einzusteigen, trieb den Kurs weiter an.

Zum Mittag stürmten die Anteilsscheine des Hannoveraner Konzerns um über 3,3 Prozent ins Plus und erklommen die Spitze der Dax-Gewinnerliste.

Die Beteiligung an dem Reisemarktführer Alpitour sei langfristig eine gute strategische Entscheidung, meinte der Analyst Philip Bonhoeffer von Merck Finck & Co. "Dies ist ein wichtiger erster Schritt", sagte Sarah Ellis von ABN Amro. Entscheidend sei, dass damit für die Konkurrenz von Preussag wie etwa die europäische Nummer zwei, Thomas Cook (ehemals C&N), oder die britische Airtours der Einstieg in Italien wesentlich schwieriger sei.

Für den Einstieg in den italienischen Reisemarkt zahlt Preussag nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro. Ein Konzernsprecher bestätigte entsprechende Angaben der italienischen Agnelli-Gruppe vom Freitag. Preussag wird sich mit zehn Prozent an der zur Agnelli-Gruppe gehörenden New Holding of Tourism und damit auch indirekt am größten italienischen Reiseanbieter Alpitour beteiligen.

Auf der Hauptversammlung äußerten Aktionäre und Fondsmanager neben Lob auch Kritik am Preussag-Kurs. Es sei noch nicht klar, wie die Erträge der im Konzern dominierenden Touristiksparte verbessert werden sollten. Auch die zusätzlichen Engagements von Konzernchef Frenzel unter anderem als Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn stießen auf Kritik.

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