Metabox Mit freundlichen Grüßen

Der Brief des Metabox-Vorstandsvorsitzenden Stefan Domeyer an seine Aktionäre.

Hildesheim, den 27. April 2001

Liebe Aktionäre und Aktionärinnen,

heute haben wir den Konzernabschluß für das Geschäftsjahr 2000 veröffentlicht. Aufgrund der Ihnen bekannten Entwicklungen im Jahresverlauf ist ein Verlust von 1,01 EURO pro Aktie entstanden. Der Abschluß ist noch nicht testiert.

Vorgänge, die nach Ende des Geschäftsjahres eintreten, sind im Jahresabschluß zu berücksichtigen. Derartige Vorgänge gibt es natürlich jeden Tag, und in der Lage der Gesellschaft gehen auch Wirtschaftsprüfer nicht gerade zimperlich mit uns um. Warenbestände, obwohl heute nur noch in geringen Stückzahlen vorhanden, werden zwischen 75% und 100 % abgewertet. Alle Tochter- und verbundenen Unternehmen haben Verluste erwirtschaftet, teilweise durchaus geplant (z.B. Met@TV).

Dennoch haben wir nun nahezu alle Beteiligungswerte und die von Met@box an die Töchter ausgereichten Darlehen voll wertberichtigt. Lediglich AMSTRAD, die unter der Führung von Frans Simais wirklich gute Arbeit leisten, ist hier ausgenommen.

Noch immer hat die Met@box AG keine Bankschulden. Dies und ein verbleibendes Eigenkapital von 62 Millionen Mark ist wichtig für unsere Unabhängigkeit. Kritisch bleibt die Lage der Liquidität. An deren Sicherung arbeiten wir hart: Cash- Flow durch verstärkte Vertriebsanstrengungen, Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, Verkauf oder auch Schliessung von Tochterfirmen, die nicht im Kernbereich Interaktives TV arbeiten, und natürlich Kostenoptimierungen. Auch haben wir, mit Unterstützung unserer Londoner Berater, nach der nunmehr erfolgten Bekanntgabe der Zahlen, die Möglichkeit weitere Investoren durch Nutzung des vorhandenen genehmigten Kapitals zu gewinnen.

Die Durchführung der Restrukturierung ist, wie bei allen Unternehmen, stets ein schmerzhafter Prozess, an dessen Ende ein schlankeres, schlagkräftiges Unternehmen stehen wird. Erst dann können wir auch eine gewissenhaft erstellte neue Prognose für Umsatz und Ertrag bekannt geben.

Sie haben nun, mit Blick auf die Zahlen, keinen diversifizierten kleinen Konzern mehr, sondern ein Technologieunternehmen mit drei herausragenden Produkten: der met@box 1000, dem Kundenmanagementsystem SMS und dem Met@box Publishing System MPS. Der Markt hierfür ist da, wir sind dem Wettbewerb noch immer weit voraus. Durch die Pressekatastrophe und die noch immer nicht beendeten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen können wir uns jedoch, zumindest in Deutschland, mit dem Vertrieb kaum bewegen. So konzentrieren wir uns zunächst weiter auf die Marktchancen in Auslandsmärkten.

Der Vorstand wird in den kommenden Wochen hart daran arbeiten, die Restrukturierung bis zur Hauptversammlung zu Ende zu bringen. Auch beim Vertrieb hoffen wir noch auf Erfolge in diesem Zeitraum. Wir wünschen uns dann eine offene und intensive Diskussion über den Stand der Dinge und die Zukunft des Unternehmens mit Ihnen, den Eigentümern von Met@box.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Domeyer




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