Schering Solide Zahlen

Der Pharmakonzern hat die Erwartungen der Analysten getroffen. Die Aktie gibt dennoch nach.

Berlin - Schering hat im ersten Quartal 2001 seinen Umsatz um elf Prozent auf 1,157 Milliarden Euro und den Konzerngewinn um 19 Prozent auf 126 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal gesteigert. Mit dem Ergebnis lag das Unternehmen am oberen Rande der Erwartungen von Analysten.

Wie das im Dax gelistete Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte, konnte in der Region USA der Umsatzrückgang bei Betapace um 68 Prozent auf 17 Millionen Euro, der auf den Verlust der Marktexklusivität im vergangenen Jahr zurückzuführen sei, durch Umsatzsteigerungen bei anderen Produkten wie Climara, Fludara und dem Multiple-Skerose-Medikament Betaferon aufgefangen werden.

Betaferon war wiederum das umsatzstärkste Präparat. Hier erreichte das Unternehmen eine Steigerung von 14 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 160 Millionen Euro.

Händler: Die Zahlen sind "O.K:"

Die Quartalszahlen von Schering werden im Handel mit "O.K., aber auch nicht mehr" bezeichnet. Marktbeobachter sprachen von "kein Bringer" bis "nicht gigantisch". Allerdings sorgten die "halbwegs positiven Ergebnisse" in einem zuletzt "auf negative Zahlen getrimmten Umfeld" für bessere Stimmung. HypoVereinsbank und Sal.Oppenheim stufen Schering als "Outperformer" ein, Merrill Lynch auf "Kaufen".

Deutliche Steigerung beim Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis des Berliner Pharmakonzerns Schering konnte nach eigenen Angaben trotz Vorausleistungen im Vertrieb, insbesondere in den USA für die Einführung von Produkten, um zwei Prozent auf 192 Millionen Euro gesteigert werden.

Mit einem Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum habe sich der Umsatz des Geschäftsfeldes Fertilitätskontrolle und Hormontherapie auf 370 Millionen Euro erhöht. Das im November 2000 in Deutschland eingeführte Kontrazeptivum Yasmin habe bereits einen Marktanteil von über sechs Prozent erreicht. Der Umsatz des Hormonpflasters Climara stieg im gleichen Zeitraum um 66 Prozent auf 33 Millionen Euro. Der Konzern teilte weiter mit, dass das europäische Zulassungsverfahren für Climara 25 seit März 2001 laufe.

Aventis CropScience, an dem Schering 24 Prozent und der französische Aventis-Konzern 76 Prozent der Anteile hält, habe 28 Millionen Euro nach 16 Millionen Euro im ersten Quartal 2000 zu dem Konzerngewinn beigetragen, erklärte das Dax-Unternehmen weiter. Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte Aventis CropScience den Umsatz im ersten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um neun Prozent steigern. Der Umsatz betrug 1,17 Milliarden Euro.

Verhaltener Jahresausblick

Für das Gesamtjahr 2001 geht Schering von einer knapp zweistelligen Umsatzsteigerung aus. Wegen Marketingaufwendungen für eine Reihe neuer Produkte sei von ihnen in diesem Jahr noch kein nennenswerter Ergebnisbeitrag zu erwarten. Daher rechnen die Berliner für 2001 mit einem Betriebsergebnis auf Vorjahreshöhe.

Der Wegfall von einmaligen Erträgen aus Beteiligungsverkäufen im vergangenen Jahr werde durch das verbesserte Ergebnis von Aventis CropScience mehr als kompensiert. Der Konzernüberschuss dürfte in diesem Jahr um 15 bis 20 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegen, hieß es.

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