Moritz Hunzinger Späte Sühne

Der Vorstands-Chef muss eine Insider-Strafe von über 50.000 Mark zahlen.

Frankfurt - Moritz Hunzinger hat sich dem Urteil des Frankfurter Amtsgerichts gebeugt und will nun - entgegen früheren Bekundungen - eine gegen ihn verhängte Geldstrafe über 52.000 Mark zahlen. Nach Ansicht des PR-Beraters ist die Strafe allerdings "nicht gerechtfertigt" und "absurd hoch".

Das Amtsgericht Frankfurt hatte den Vorstand und Mehrheitsgesellschafter der am Neuen Markt notierten Hunzinger Information AG am vergangenen Freitag wegen Aktienhandels mit Insiderwissen zu der Geldstrafe verurteilt.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Hunzinger im Jahr 1997 vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Beteiligungsverhandlungen mit der Ferenczy Media Holding, München, Aktien seines Unternehmens gekauft und diese danach gewinnbringend wieder verkauft hat. Die Beteiligung kam nicht zustande, der Kurs der Hunzinger-Titel stieg aber nach Bekanntgabe der Verhandlungen.

Ein Sprecher des Gerichts sagte, die ursprünglich auf den 6. Juli angesetzte Verhandlung sei vorgezogen worden, da der Anwalt von Hunzinger den Einspruch seines Mandanten gegen den Strafbefehl am vergangenen Dienstag eingegrenzt hatte.

Der Jurist hatte zudem ein verschlechtertes Einkommen von Hunzinger geltend gemacht, woraufhin der Richter die Strafe auf 52.000 Mark festsetzte. Der ursprüngliche Strafbefehl hatte auf 97.500 Mark gelautet. Nach Angaben des Gerichtssprechers sowie der Staatsanwaltschaft Frankfurt laufen derzeit keine weiteren Gerichtsverfahren gegen den PR-Berater.

Moritz Hunzinger war mit seiner Aktiengesellschaft, an der er mit 43 Prozent beteiligt ist, im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz stagnierte bei 45 Millionen Mark, das Ergebnis brach nach Informationen des Handelsblatts deutlich ein und lag bei minus 4,4 Millionen Mark.

Analysten verweisen in dem Zusammenhang auf die hohen Personalkosten des Unternehmens sowie auf Forderungsausfälle von zwei Millionen Mark, die vor allem durch Kundschaft aus der "New Economy" entstanden seien. Dazu kommen einmalige Kosten von 1,5 Millionen Mark für eine Kapitalerhöhung vom Anfang letzten Jahres.

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