Fraport Fit für den Kapitalmarkt

Grünes Licht für den Börsengang: Die Flughafen-Betreiber haben ihren Gewinn deutlich gesteigert.

Frankfurt am Main - Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens hat im Vorfeld ihres geplanten Börsengangs einen deutlich gestiegenen Gewinn für das vergangene Jahr ausgewiesen. Der Überschuss sei um fast 62 Prozent auf 252,3 Millionen Mark gewachsen, teilte die Fraport AG am Dienstag bei der Vorlage ihrer erstmals nach internationalen Richtlinien (IAS) aufgestellten Bilanz für das Jahr 2000 mit.

Der Umsatz sei um 11,7 Prozent auf gut drei Milliarden Mark gewachsen. Das Passagieraufkommen auf dem Flughafen habe um 7,6 Prozent auf 49,4 Millionen Menschen zugenommen. Bei dem für Juni geplanten Börsengang sollen Frühzeichner und Anwohner aus der Rhein-Main-Region bevorzugt werden. Außerdem sei ein Beteiligungsprogramm für Mitarbeiter geplant.

Gute Vorlage für den Börsengang

Vorstandschef Wilhelm Bender sagte, die Ergebnisse des vergangenen Jahres seien die "denkbar beste Vorlage" für den geplanten Börsengang. "Wir fühlen uns fit für den Kapitalmarkt." Das operative Ergebnis (Ebitda) des Konzerns habe im vergangenen Jahr auf 1043 (Vorjahr 861,1) Millionen Mark zugenommen.

Das Luftverkehrsaufkommen habe ebenfalls an die Dynamik der Vorjahre angeknüpft. Neben dem Passagieraufkommen sei auch das Luftfrachtaufkommen um 11,3 Prozent auf rund 1,6 Millionen Tonnen gestiegen. Auch für das Jahr 2001 seien Zuwächse bei allen Verkehrszahlen absehbar.

Aufnahme im M-Dax angestrebt

Zum geplanten Börsengang sagte der Fraport-Chef, dieser solle als reine Kapitalerhöhung im Volumen von nominal 290 Millionen Euro vollzogen werden, so dass die Mittel voll der Fraport zuflössen. Es werde angestrebt, dass die Fraport-Aktie in das Nebenwertesegment M-Dax aufgenommen werde.

Hierzu solle das gesamte Grundkapital zum Handel zugelassen werden. Von der schwachen Entwicklung an den internationalen Börsen der vergangenen Monate seien bereits notierte Flughafenaktien jedenfalls ausgenommen gewesen. Nach dem Börsengang sollen die Stadt Frankfurt und das Land Hessen zusammen zumindest 51 Prozent der Anteile halten, der Bund werde noch rund 18 Prozent halten.

Privatanleger, die während der Frühorderphase Aktien zeichneten, sollen nach Firmenangaben einen Preisvorteil erhalten. Zudem sei bei einer Überzeichnung der Aktien geplant, Anleger aus dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet bei der Zuteilung zu bevorzugen. Berechtigt dafür seien die Einwohner des gesamten Regierungsbezirks Darmstadt einschließlich Frankfurts, der Stadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen. Konsortialführer und Joint Bookrunner sind die Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley.

Neue Landebahn geplant

Zur zukünftigen Geschäftsentwicklung sagte Bender, mit dem beschlossenen Ausbau des Flughafens werde sich Frankfurt seine bedeutende Rolle unter den europäischen Großflughäfen sichern. Durch den Ausbau werde der Flughafen 660.000 Flugbewegungen (2000: fast 459.000) pro Jahr erreichen. Die drei Varianten für den Ausbau (eine zusätzliche Landebahn im Nordwesten, eine zusätzliche Landebahn im Nordosten oder eine zusätzliche Start- und Landebahn im Süden) würden nun in das Raumordnungsverfahren eingebracht.

Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens hatten sich in der Vergangenheit bereits für die Variante mit einer neuen Landebahn im Nordwesten des jetzigen Flughafens ausgesprochen. In dem nun anstehenden Verfahren falle die Entscheidung, welche Variante letztlich weiterverfolgt werde. Aus heutiger Sicht werde mit dem planmäßigen Baubeginn im Jahr 2004 und der Inbetriebnahme im Jahr 2006 gerechnet.

Bender bekräftigte, dass der Flughafen den Ausbau im Dialog mit den angrenzenden Kommunen und den Bürgern erreichen wolle. Daher trage das Unternehmen auch Entscheidungen mit, die nicht leicht zu akzeptieren seien. "Heute gilt: Wir tragen ein Verbot für geplante Flüge zwischen 23 Uhr und 5 Uhr nach Inbetriebnahme der neuen Bahn mit", sagte er. Gegen ein Nachtflugverbot hatte zuletzt die Lufthansa als Hauptkunde von Fraport protestiert.

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