USA Noch ein Dreh an der Zinsschraube?

Das Verbrauchervertrauen ist stärker als erwartet gesunken. Senkt die Fed erneut die Zinsen?

New York - Der Index für das US-Verbrauchervertrauen ist im April auf 109,2 Punkte nach revidierten 116,9 Punkten im März gefallen. Das teilte das Conference Board am Dienstag mit. Im März war der Index überraschend gestiegen, nachdem er zuvor fünf Monate lang gefallen war.

Analysten hatten für April mit einem Rückgang auf lediglich 111,0 Punkte gerechnet. "Die ungünstigeren Geschäfts- und Arbeitsmarkbedingungen sind die Hauptgründe für den Rückgang", kommentierte Lynn Franco, Direktorin für Konsumentenbefragung beim Conference Board, die Ergebnisse. Nun steigt die Erwartung, dass die US-Notenbank im Mai erneut die Zinsen senkt.

Skeptischer Ausblick für Konjunktur

Die US-Konjunkturdaten in dieser Woche werden voraussichtlich den geringsten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes je Quartal seit 1995 ausweisen. "Wir erwarten, dass die Kennzahlen eher düster ausfallen und die Fed zu einer weiteren Zinssenkung am 15. Mai veranlassen werden", sagte Dana Johnson, Banc One Capital Markets.

Zurzeit gehen die meisten Beobachter von einer Fed-Zinssenkung um wenigstens 25 Basispunkte beim nächsten regulären Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank am 15. Mai aus. Am Mittwoch vergangener Woche hatte die Fed überraschend den Zielsatz für ihren Leitzins, die Funds Rate, um 50 Basispunkte auf 4,50 Prozent reduziert.

"Die Unternehmen haben im abgelaufenen Quartal versucht, mit allen Mitteln ihre Lagerbestände zu reduzieren. Das war schlecht für die Wachstumszahlen. Damit verbessert sich allerdings die Ausgangsposition für die Zukunft", äußerte sich Nick Bennenbroek, Analyst bei Deutsche Banc/AlexBrown.

Seinen Optimismus begründete Bennenbroek mit der Handelsbilanz des vergangenen Februar: "Die revidierten Februar-Zahlen haben einen deutlichen Rückgang der Importe ausgewiesen. Damit sieht es für das Gesamtquartal nicht mehr ganz so düster aus, wie wir gedacht hatten", sagte Brennenbroek.

Importrückgang als böses Omen

Der Volkswirt Ian Morris von HSBC interpretiert den Importrückgang jedoch nicht als gutes Zeichen, sondern eher als böses Omen: "Fallende Importe sind ein schlechtes Zeichen für die Konjunktur. Der letzte mit dem Februar 2001 vergleichbare Import-Rückgang datiert aus den den Rezessionsquartalen viertes Quartal 1990 und erstes Quartal 1991."

Für die Auftragseingänge langlebiger Güter im März (Bekanntgabe Mittwoch, 8.30 Uhr Ortszeit) prognostizieren die Volkswirte einen Anstieg von 0,7% nach einem Rückgang von 0,4% im Februar.

Anstieg der Arbeitslosenzahlen erwartet

Auch für die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bis zum 21. April (Bekanntgabe Donnerstag, 8.30 Uhr Ortszeit) prognostizieren die Volkswirte einen Anstieg: Eine Erhöhung um 8.000 auf saisonbereinigte 393.000 sei wahrscheinlich, hieß es.

Erholung im zweiten Halbjahr

Für das Bruttosozialprodukt (Bekanngabe Donnerstag, 8.30 Ortszeit) wird ein Anstieg von 0,8 Prozent prognostiziert. Dessen Wachstum betrug im Vorquartal 1 Prozent. Obwohl die wenigsten Volkswirte von den anstehenden Zahlen wenig Erfreuliches erwarten, werde mehrheitlich mit einer Wiederbelebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr gerechnet.

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