Singulus Aktienverkäufe vom Vorstand

Firmenchef Roland Lacher gibt eine Gewinnwarnung aus und trennt sich von seinem Aktienpaket.

Frankfurt am Main – Anleger haben die Singulus-Aktie zum Wochenschluss auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Nach Vorlage der Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr war der Kurs zunächst gestiegen, um nach der Meldung einer Gewinnwarnung für dieses Jahr um mehr als 15 Prozent abzustürzen. Das Papier erholte sich am Freitag zum Handelsschluss auf 17,20 Euro. Das ist ein Verlust von 7,23 Prozent.

Für Unsicherheit am Markt sorgte auch die Ankündigung vom Vorstandsvorsitzenden Roland Lacher, sich von Anteilen an seinem Unternehmen zu trennen. Zwar bestreitet Lacher einen Zusammenhang zwischen seinen Verkaufplänen und des Aussichten des Unternehmens – es wurden steuerliche Gründe herangezogen – doch belasten derartige Verkäufe den Aktienkurs deutlich.

Rückläufige Umsatz- und Gewinnzahlen

Der am Neuen Markt gelistete Hersteller für DVD- und CD-Produktionsanlagen Singulus erwartet, dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2001 unter dem 2000er-Niveau liegen werden. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Lacher am Freitag vor Journalisten in Frankfurt. Die Umsätze in 2001 würden rund 500 Millionen Mark betragen, sagte Lacher, in 2000 waren es noch 734,8 Millionen Mark.

Grund für den Rückgang seien Überkapazitäten in Asien. Zudem geht Singulus davon aus, dass die Gesamtbranche der Hersteller für Optical-Disc-Replikationsanlagen in diesem Jahr eine Phase der Konsolidierung mit zunehmendem Preiswettbewerb durchlaufen werde. Dies führe bei Singulus im Vergleich zum Vorjahr zu einem "rückläufigen Geschäftsvolumen und Ergebnisrückgang", erklärte das Unternehmen.

Kapazitätsüberschuss für Produktionsmaschinen

"Der Kursverlauf von Singulus ist für mich völlig unverständlich. Auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz wurde absolut nichts Neues mitgeteilt", sagte ein Frankfurter Händler. So hätte der Hersteller von CD- und DVD-Produktionsmaschinen stets die obere Bandbreite der 2000er Ergebnisse als Prognose für dieses Jahr angegeben. "Vielleicht wollen einige Anleger den Markt nervös machen, um sich billiger mit Singulus einzudecken", sagte der Händler.

Langfristig sieht er keine Probleme für Singulus: "Die verdienen doch die meiste Kohle am Neuen Markt". In diesem Jahr leide das Unternehmen jedoch unter einem Kapazitätsüberschuss für Produktionsmaschinen. Daher sei es durchaus verständlich, dass die ebenfalls im Nemax-50 notierte Steag Hamatech derzeit eine positivere Kursentwicklung zeige. "Steag hat in diesem Jahr ein größeres Potenzial. Das CD-R-Segment zieht wieder an. Relativ zu Singulus ist Steag unterbewertet", sagte der Händler.