Preussag Positive Erwartungen für 2001

Konzern-Chef Michael Frenzel präsentiert ein Rekordergebnis und wagt einen positiven Ausblick.

Hannover - Preussag will hoch hinaus: Der weltgrößte Tourismus-Konzern strebt nach dem Rekordergebnis 1999/2000 auch dieses Jahr bei Umsatz und Ergebnis ein deutliches Wachstum an. "Mit der Touristik wird sich Preussag auch in Zukunft dynamisch weiter entwickeln", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel am Freitag in Hannover bei der Vorlage der Bilanzen für 1999/2000 und das vierte Quartal als Rumpfgeschäftsjahr.

Der Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Sparten sei angelaufen, die Schulden würden daher 2001 von 7,2 um rund drei Milliarden Euro abgebaut. Außerdem will das Unternehmen seine Bettenkapazitäten in den nächsten drei Jahren um mehr als ein Viertel auf rund 134.000 ausbauen.

Umsatzrendite ist gefallen

Der Preussag-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 1999/2000 den Umsatz um 32 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro. Im Rumpfgeschäftsjahr 2000 waren es 5,1 Milliarden Euro. Für 2001 wird ein Plus von acht Prozent auf 23,5 Milliarden Euro erwartet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte 1999/2000 auf 576,4 (533,2) Millionen Euro zu. Es soll auch 2001 deutlich wachsen. Im Rumpfgeschäftsjahr 2000 waren es 33,8 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss lag bei 402,5 (345,4) Millionen Euro bzw. 23,9 Millionen Euro im vierten Quartal 2000.

Das Ergebnis pro Aktie lag bei 1,91 (1,78) Euro. Preussag zahlt 0,77 bzw. 0,20 Euro Dividende und damit rund 30 Prozent auf das Grundkapital.

Die Umsatzrendite ist im Konzern im Geschäftsjahr 1999/2000 und im Rumpfgeschäftsjahr 2000 gefallen. Wie aus den Geschäftsberichten hervorgeht, lag sie 1999/2000 bei 3,4 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahr. Im vierten Quartal 2000 ging sie auf zwei Prozent zurück. Der anteilig größte Bereich Tourismus lag bei vier (4,3) Prozent. Ziel sind laut Frenzel fünf Prozent. Gehalten wurde die Eigenkapitalrendite mit 22,8 Prozent im Konzern. Mittelfristig sollen es 25 Prozent sein. Im Tourismus lag diese Kennzahl bei 29,2 (30,1) Prozent.

Sainonal bedingtes Tourismusgeschäft

Im ersten Quartal 2001 sei das touristische Ergebnis negativ, dennoch besser als erwartet. Der Verlust liege an der grundsätzlich stark saisonal bedingten Ergebnisstruktur des Tourismus-Geschäftes. In den ersten Monaten müsse der Konzern in Vorleistungen gehen, die Erlöse aus den Buchungen kämen erst im dritten und vierten Quartal des Jahres, sagte Frenzel.

Die Kapazität an Hotelbetten soll noch in diesem Jahr um rund 10.000 erhöht werden. Etwa ein Drittel werden im Rahmen eigener Investitionen von rund 135 Millionen Euro erstellt, hieß es. Derzeit können die Veranstalter der Preussag auf rund 104.000 Hotelbetten in allen Teilen der Welt zurückgreifen. Insgesamt wolle der Preussag auf allen Stufen der touristischen Wertschöpfung wachsen. Neben den Hotels solle auch die Betreuung vor Ort ausgeweitet werden.

Durch eine so genannte Plattformstrategie sollen die größten Synergieeffekt der Übernahme von Thomson Travel genutzt werden. Dabei sollen alle Veranstalter der Gruppe auf die konzerneigenen Flugzeuge von Hapag-Lloyd und Britannia Airways zurückgreifen und ebenso alle Hotelbetten belegen. Insgesamt hat die Preussag eine Flotte von 90 Flugzeugen.

Weitere Umstrukturierungen geplant

Nach Angaben Frenzels ist der Verkauf von nicht zum künftigen Kerngeschäft zählenden Sparten angelaufen. Der Feuerlöscherhersteller Minimax wird im Frühsommer an eine Tochter der Barclays Bank verkauft. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.