Evotec Biosystems Jahresfehlbetrag in 2000 erhöht

Das Nemax-Unternehmen wächst und will 2002 schwarze Zahlen schreiben. Die Aktie gibt nach.

Hamburg - Die am Neuen Markt notierte Hamburger Evotec Biosystems AG setzt ihren Wachstumskurs fort. Die Konsolidierung des übernommenen britischen Chemie-Dienstleisters Oxford Asymmetrie International (OAI) im 4. Quartal 2000 brachte einen Umsatzsprung von 189 Prozent auf 28,3 Millionen Euro (55,4 Millionen Mark).

Gleichwohl habe der Jahresfehlbetrag vor Firmenwertabschreibungen im Jahr 2000 bei 12,5 Millionen Euro nach 9,5 Millionen im Vorjahr gelegen, berichtete Finanzvorstand Jörn Aldag am Donnerstag in Hamburg. Im Nemax-50 verloren die Evotec-Papiere am frühen Nachmittag 8,7 Prozent auf 17,8 Euro und gehörten damit zu den größten Verlierern.

Für 2002 werden schwarze Zahlen erwartet

Das Gesamtgeschäft von Evotec in den ersten zwei Monaten des Jahres 2001 wurde als gut bezeichnet. "Bislang hat im ersten Quartal nichts stattgefunden, was uns verunsichert hat", sagte der Finanzvorstand.

Analysten erwarteten, dass das Unternehmen 2002 schwarze Zahlen schreiben werde, ergänzte Aldag. Der Umsatz soll den Prognosen zufolge 2001 auf mehr als 70 Millionen Euro steigen. Evotec entwickelt Technologien zur Identifizierung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe.

Listing an der Nasdaq vorerst abgesagt

Wie der Finanzvorstand weiter erklärte hat Evotec das für dieses Frühjahr geplante Listing an der US-Technologiebörse Nasdaq auf unbestimmte Zeit verschoben. Beim derzeitigen Kapitalmarktumfeld komme ein solcher Schritt nicht in Frage, sagte Aldag. Außerdem benötige das Unternehmen im Moment kein Kapital. Die Ende Februar 2001 verfügbaren liquiden Mittel von mehr als 50 Millionen Euro würden die planmäßige Entwicklung des Biotechnologieunternehmens sicher stellen.

Geplant ist, die Präsenz in den USA in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen. Gegenwärtig habe man dort zwar auch ohne einen eigenen Standort eine starke Position: der Umsatzanteil stieg im Jahr 2000 auf 42 (24) Prozent. Dennoch sei daran gedacht, einen Teil der Assay-Entwicklung dort anzusiedeln.

Goldman Sachs: Evotec bleibt "Marketperformer"

Die Analysten von Goldman Sachs haben für die Nemax-50-Werte Evotec und Medigene ihre "Marketperformer" Einstufung bestätigt. Evotec und Medigene wollen künftig bei der Suche nach neuen Wirkstoffen für die Therapie von Herzerkrankungen zusammenarbeiten. Diese Kooperation bewerten die Analysten als positiv für beide Unternehmen, wenngleich der Markt nicht so erfreut reagiert habe.

Die Analysten betrachten diese Überreaktion kritisch, denn große Gewinnmitnahmen könnten eine anhaltende Erholung des angeschlagene Biotech-Sektors gefährden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.