Nortel/Palm US-Aktien in Frankfurt auf Talfahrt

Nach Ergebniswarnungen fallen die Aktien drastisch ab und ziehen andere Werte mit.

New York/Frankfurt - US-Technologieaktien sind nach Ergebniswarnungen zweier führender Konzerne der Branche im europäischen Handel unter Druck geraten. Der Taschencomputer-Hersteller Palm stellte am Dienstag nach US-Börsenschluss für das kommende Geschäftsquartal einen unerwartet hohen Verlust in Aussicht und begründete dies mit der Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums.

Nortel Networks, einer der weltweit führenden Anbieter von Glasfaserausrüstung für die Telekomindustrie, senkte zum zweiten Mal seine Geschäftsprognose für das erste Vierteljahr. Beide Unternehmen kündigten zudem an, Stellen zu streichen.

Palm-Aktien rutschten um 30 Prozent

Die Palm-Aktien brachen im Handel an der Frankfurter Börse bis zum Mittwochnachmittag (MESZ) um 30 Prozent auf 11,7 Euro ein. Nortel verloren um 17 Prozent auf 16,6 Euro. Auch andere Papiere von Titeln mit Bezug zur Telekom-Branche gaben nach. So büßten die Titel des Glasfaser-Herstellers Corning um 7 Prozent und die schwedische Ericsson mehr als acht Prozent ein.

Palm gab zwar für die Drei-Monats-Periode von Dezember bis Februar einen Reingewinn auf Pro-Forma-Basis von 9,3 (Vorjahreszeitraum 15,8) Millionen Dollar oder zwei (drei) Cents je Aktie bekannt und lag damit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von einem Cent gerechnet hatten.

Das Unternehmen verwies aber auf die sich abkühlende Konjunktur in den USA und sagte für das laufende Geschäftsquartal (März bis Mai) einen Nettoverlust je Aktie von acht Cents voraus, statt der von Analysten prognostizierten etwa drei Cents je Aktie. Palm kündigte zugleich an, etwa 250 Stellen abzubauen, um die Kosten zu senken.

Die kanadische Nortel teilte am Dienstag nach Börsenschluss mit, sie erwarte für das erste Quartal nun einen Verlust aus dem operativen Geschäft von zehn bis zwölf Cents je Aktie bei einem Umsatz von 6,1 Milliarden bis 6,2 Milliarden Dollar. Mitte Februar hatte Nortel seine Erwartungen bereits deutlich auf einen Verlust von vier Cents je Aktie bei einem Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar gesenkt.

Nortel kürzt Belegschaft um 16 Prozent

Auch Nortel kündigte zudem Stellenstreichungen an. Demnach sollen bis Mitte des Jahres 15.000 Arbeitsplätze wegfallen, was 16 Prozent der Belegschaft entspricht. Nortel hat jüngst bereits rund 10.000 Arbeitsplätze gestrichen und erwartet daraus eigenen Angaben zufolge positive Effekte im zweiten Quartal.

Die abermals reduzierte Ergebnisprognose sowie die ausgeweiteten Pläne zum Stellenabbau begründete das Unternehmen mit der anhaltenden Abkühlung der US-Konjunktur. "Wir spüren weiterhin die Auswirkungen der konjunkturellen Verlangsamung in den Vereinigten Staaten und sehen nun, wie unsere Kunden weltweit deren Folgen auf ihre Geschäfte prüfen", sagte Nortel-Chef John Roth.

Experten besorgt: "Prognosen werden fallen wie Steine"

Branchenexperten äußerten sich besorgt über die neuerliche Korrektur der Ergebnisprognose für das erste Quartal. "Das ist ziemlich schlecht", sagte Paul Sagawa, Analyst bei Sanford Bernstein. Die zurückgenommene Prognose sei deutlich schlechter als der von ihm erwartete Verlust von acht Cents je Aktie. "Sie haben keine Ahnung, was sie für den Rest des Jahres tun können. Man wird Prognosen wie Steine fallen sehen."

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