Degussa Schwungvoller Start

Nach der Fusion mit SKW präsentiert der Konzern ein Rekordergebnis. Der Aktie hilft es wenig.

Düsseldorf - Die neue Degussa AG hat auf dem Weg zum «reinsten Spezialchemieunternehmen der Branche» ihren Gewinn enorm gesteigert. Im ersten Geschäftsjahr 2000 sei das Betriebsergebnis um 58 Prozent auf 672 Millionen Euro gestiegen, sagte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht am Freitag. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITDA) sei um 31 Prozent auf 1,2 Milliarden Mark gestiegen.

Der Umsatz inklusive Edelmetallhandel nahm um 23 Prozent auf 20,2 Milliarden Euro zu. In diesem Jahr soll ein Großteil der Randaktivitäten verkauft werden - Degussa will sich auf das Spezialchemie-Geschäft konzentrieren.

Dividende erhöht

Die Degussa entstand aus den E.ON-Tochterunternehmen Degussa-Hüls (Frankfurt/Main) und SKW Trostberg (Bayern), die rückwirkend zum 1. Juli 2000 fusionierten. Der Hauptversammlung am 15. Mai werde eine Dividende von 1,10 Euro (Vorjahr: 0,98 Euro) je Aktie vorgeschlagen, teilte Felcht mit. Die Degussa AG mit Konzernzentrale in Düsseldorf war im Februar ins Handelsregister eingetragen worden.

Für das größte Verkaufsprojekt, das Hanauer Unternehmen dmc², soll noch im Frühjahr eine Entscheidung fallen. Dazu werde intensiv mit Industrie- und Finanz-Investoren verhandelt sowie die Möglichkeit des Börsengangs geprüft. Der Hersteller von High-Tech-Materialien erziele mit über 5 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro. Daneben liefen für das Arzneimittelwerk Dresden erste Gespräche.

Verhaltener Ausblick

Das Verkaufsprogramm soll bis Ende 2002 abgearbeitet werden und etwa drei Milliarden Euro einbringen, die Degusssa in ihr Kerngeschäft investieren wolle. Mit der vorgesehenen Integration der britischen Firma Laporte rücke Degussa auf den zweiten Platz in der Feinchemie und stärke ihre Präsenz in Amerika.

Der 63.000 Mitarbeiter zählende Konzern erziele 70 Prozent des Umsatzes im Ausland. Wegen des hohen Vorjahresniveaus würden die prozentualen Steigerungsraten im laufenden Jahr eventuell niedriger ausfallen, erläuterte Felcht.

Analysten warten ab

Trotz des Ergebnisses konnte die Degussa-Aktie nicht mit dem Dax Schritt halten. "Die Ergebnisse sind nach dem Zusammengehen mit SKW nicht mehr mit den Vorjahreszahlen vergleichen", kommentierte ein Analyst die Zahlen. Erst nach der Analystenkonferenz am Freitagnachmittag würde sich der Markt eine Meinung gebildet haben. Man wisse im Augenblick noch nicht, wie die tatsächliche Lage Degussas sei.