Analysten Empfehlungen am Nachmittag

Die Schmidt Bank stuft Bilfinger + Berger zurück. Microlog und LVMH werden zum Kauf empfohlen.

Die Schmidt Bank ändert ihre Empfehlung für die Aktien des Mannheimer Baukonzerns Bilfinger + Berger (590 900) trotz guter Geschäftszahlen wegen der Kursgewinne in den vergangenen Monaten von "Kaufen" auf "Halten". Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, habe Bilfinger + Berger im Jahr 2000 seine Ertragslage entgegen dem negativen Branchentrend verbessern können.

Sowohl der Auftragsbestand als auch die Auftragseingänge hätten sich erhöht. Eine um 28 Prozent gestiegene Auslandsnachfrage habe den Rückgang bei der Inlandsnachfrage mit minus 15 Prozent kompensiert.

Bilfinger + Berger bleibe ein strategisches Investment in der Baubranche. Der Bautitel habe von der Wiederentdeckung des M-Dax profitiert und in den letzten drei Monaten um 35 Prozent zulegen können. Das erste Kursziel von 19 Euro (aktuell 18,7 Euro) habe der Titel knapp erreicht. Die Analysten ändern deshalb ihre Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten". Bei anhaltend steigenden Kursen empfehlen die Analysten Gewinnmitnahmen um 22 Euro, da mit einer nachhaltigen Hausse der Bautitel nicht zu rechnen sei.

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Microlog: Positive Entwicklung / "Kauf" (Hornblower Fischer)

Hornblower Fischer hat die Aktien des Logistikdienstleisters Microlog Logistics (549 431) als "Kauf" eingestuft. Nach der starken Abwärtsbewegung der letzten Monate habe das Papier bereits dreimal bei 50 Euro (aktuell 52,50 Euro) eine Unterstützung gefunden, sagten die Analysten am Donnerstag. Dies könne die Basis für eine Aufwärtsbewegung der Aktie sein.

Außerdem unterstützten die kürzlich veröffentlichten Geschäftszahlen die "positive fundamentale Entwicklung" des am Neuen Markt notierten Unternehmens. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe der Logistikspezialist ein Umsatzwachstum von 94 Prozent auf 62,22 Millionen Euro erzielt. Ohne Berücksichtigung von Akquisitionen habe der Anstieg sogar 70 Prozent betragen, hieß es in der Kurzanalyse.

Die Hälfte des Gesamtgewinns in Höhe von 3,59 Millionen Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) habe Microlog alleine im vierten Quartal erzielt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management nach Aussage der Analysten einen Umsatz von 140 Millionen Euro bei gleich hoher Rentabilität.

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LVMH: Kursziel 81 Euro / "Kauf" (Berliner Volksbank)

In einer Erstbewertung haben die Analysten der Berliner Volksbank die Aktien von Louis Vuitton Moet Hennessy, LVMH, (853 292) zum "Kauf" empfohlen. Auf Grund der Wachstumsaussichten und der "überragenden Marktstellung" sei der französische Luxustitel derzeit günstig bewertet, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das Kursziel für die aktuell bei rund 65 Euro gehandelte Aktie setzten die Analysten auf 81 Euro.

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2000 war nach Ansicht der Berliner Volksbank stärker gestiegen als erwartet. Zu der 35prozentigen Steigerung auf 11,58 Milliarden Euro hätten Akquisitionen mit 14 Prozent, Wechselkurseffekte mit 13 Prozent sowie internes Wachstum mit acht Prozent beigetragen. Der operative Gewinn sei um mehr als 25 Prozent gesteigert worden, die Hälfte davon habe dabei die "beliebte" Marke Louis Vuitton dazu beigetragen.

Positiv wertete Volksbank-Analyst Martin Rottmann auch die Trennung vom italienischen Modehaus Gucci. Damit sei ein jahrelanger Streit zwischen den beiden Luxuskonzernen beigelegt worden. Zudem eröffne die Kooperation mit dem südafrikanischen Diamantenförderer De Beers ein zusätzliches Marktpotenzial von geschätzten 50 Milliarden Euro.

Abstriche machte Rottmann im Hinblick auf die Wechselkurseffekte im laufenden Jahr; diese dürften sich etwas abschwächen. Auch die hohe Abhängigkeit vom Vorstandsvorsitzenden Bernard Arnault wertete der Analyst negativ. Die Arnault-Gruppe halte rund 40 Prozent der Stimmrechte.

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