Team Communications "Break Even noch in diesem Jahr"

Der neue Chef des US-Medienunternehmens hat ehrgeizige Pläne und verspricht: Alles wird anders.
Von Clemens von Frentz

Los Angeles/Frankfurt - Das nennt man wohlorganisiertes Krisen-Management: Wenige Tage nach dem Kurs-Desaster von Team Communications  und dem Rauswurf des umstrittenen CEO Drew S. Levin setzte sich der neue Vorstands-Chef Michael Jay Solomon ins Flugzeug und kam nach Deutschland.

Das war auch nötig. Die verspätete Ad-Hoc-Meldung zur unlängst revidierten Umsatzprognose hatte der Aktie ein neues Rekordtief beschert und die Anleger massiv verärgert.

Schadensbegrenzung war also angesagt, und Solomon gab sich alle Mühe, die aufgebrachten Investoren zu besänftigen. "Von Bankrott kann keine Rede sein", so der Kern seiner Botschaft. Team verfüge trotz der unerfreulichen Entwicklung im britischen Geschäft über ein Nettovermögen von 33 Millionen Dollar.

Das entspreche etwa zwei Dollar je Aktie, wobei die vor kürzlich mitgeteilten Wertberichtigungen von rund 21 Millionen Dollar bereits berücksichtigt seien. Kurzfristig bestehe allerdings ein Liquiditätsbedarf von gut drei Millionen Dollar; darüber werde aber bereits mit Banken verhandelt.

Die gute Nachricht: Sollte sich die (nach seinen Worten konservative) Umsatz-Prognose für 2001 bestätigen, sei mit Erlösen von rund 35 Millionen Dollar zu rechnen. Damit könne bereits im zweiten Quartal der Break Even erreicht werden. Für das kommende Jahr sei bei einem Umsatz von 50 Millionen Dollar ein Nettogewinn von neun Millionen Dollar geplant.

Ausserdem bestätigte der frischgebackene CEO Gerüchte, nach denen Team auf der Suche nach neuen Partnern ist. "Wir streben in Europa und den USA strategische Allianzen, Käufe oder Fusionen an, um größer zu werden. Größe ist in unserem Geschäft ein Wert an sich", sagte er. Bereits in sechs Monaten werde man das Unternehmen im positiven Sinne nicht wiedererkennen.

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