Sonntag, 25. August 2019

Gigabell Handel wird am Freitag eingestellt

Der Internet-Dienstleister wird vom Neuen Markt ausgeschlossen. Das künftige Listing ist ungeklärt.

Frankfurt am Main – Die im Insolvenzverfahren stehende Gigabell wird vom Neuen Markt ausgeschlossen. Dies gab der Neue-Markt-Ausschuss der Deutschen Börse am Donnerstag bekannt. Der Handel der Aktien soll am Freitag eingestellt werden.

Grund für den Ausschluss ist nach Angaben der Börse ein Regelverstoß seitens Gigabell. Das Unternehmen habe es versäumt, den dritten Quartalsbericht für das Geschäftsjahr zum 31.12.2000 zu erstellen.

Die Aktie sei nun automatisch am Geregelten Markt zugelassen, erklärte Frank Hartmann, Pressesprecher der Deutsche Börse, das Reglement. Damit seien die Anteilsscheine aber nicht automatisch in diesem Marktsegment notiert, können also nicht ab kommender Woche weiter gehandelt werden. Um das zu erreichen, müsste Gigabell gemeinsam mit einem zugelassenen Kreditinstitut einen Antrag stellen, erläuterte Hartmann weiter.

Die Nachricht versetzte den Anteilsscheinen den Todesstoß: Gigabell fielen um 50 Prozent auf 0,50 Euro und waren damit schwächster Wert im Nemax-All-Share. Der Höchststand betrug im März vergangenen Jahres 130 Euro.

Albert Rapp, Händler beim Bankhaus Trinkaus & Burkhardt, bewertete die Entscheidung der Deutschen Börse als "verständlich". Schließlich sei der Neue Markt ein Segment für Unternehmen mit "einer positiven Zukunft". Gegen Gigabell werde dagegen nun das Insolvenzverfahren eingeleitet, fügte er hinzu.

Gigabell hatte im Herbst als erste Firma am Neuen Markt pleite gemacht. Mehrere Übernahme-Versuche waren danach gescheitert.

Erst am 19. Februar hatte Ex-Vorstandschef Daniel David sein Aktienpaket von "knapp über 50 Prozent" an die britische Investorengruppe Rate-X verkauft. Nach Angaben Davids soll es sich bei der Gruppe um Investoren aus dem Mobilfunk- und mobilfunknahen Bereich handeln.

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