Montag, 19. August 2019

EM.TV Angriff aus Amerika

Dem Filmrechtehändler droht ein Delisting. Ein Firmenaufkäufer will den Konzern zerschlagen.

Den Brüdern Haffa ist das Lachen vergangen. Nun naht Ungemach in Gestalt eines US-Raiders.
REUTERS
Den Brüdern Haffa ist das Lachen vergangen. Nun naht Ungemach in Gestalt eines US-Raiders.

München - Dem Filmrechtehändler EM.TV & droht ein Delisting von der Börse. Ein amerikanischer Firmenaufkäufer wolle den Medienkonzern kaufen, von der Börse nehmen und anschließend zerschlagen, berichtet das Anlegermagazin "Telebörse" in einer Vorabmeldung.

Der US-Raider sei einer der "wesentlichen Interessenten" gewesen neben der WAZ-Gruppe, dem scheidenden adidas-Vorstandsvorsitzenden Robert Louis-Dreyfus und der US-Investmentbank Hellman & Friedman.

Die Aktie hat auf die Spekulationen mit einem weiteren Abschlag reagiert. Am Donnerstag fiel das Papier bis zum Mittag um mehr als sieben Prozent auf unter sechs Euro.

Wie das Magazin weiter berichtet, habe die KirchGruppe Hellman & Friedman mit einer Klage in Milliardenhöhe gedroht, falls diese die Verhandlungen mit EM.TV fortsetzten. Kirch müsse bis Ende der Woche eine Finanzierung von 1,5 Milliarden Dollar nachweisen, die am 31. März fällig werde. Sollte dies Kirch bis dahin nicht tun, sei ein Einstieg bei EM.TV gefährdet.

Unterdessen habe der zurückgetretene EM.TV-Aufsichtsratsvorsitzende, Nickolaus Becker durchblicken lassen, trotz Exklusivitätsverhandlungen mit der KirchGruppe Gespräche mit anderen Investoren geführt zu haben. Der gesamte Vorstand und der komplette Aufsichtsrat seien jederzeit über die Alternative zu Kirch informiert gewesen

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