Lock-up-Studie Nach Ablauf der Sperrfrist kommt der Ausverkauf

Eine neue Studie erhärtet den Verdacht, dass Firmengründer und Vorstände am Neuen Markt nach Ablauf der sechsmonatigen Verkaufssperre massiv Anteile abstoßen - und damit den Kurs deutlich drücken.

Hamburg - Erstmals in Deutschland wurden jetzt Aktienkursverläufe am Neuen Markt nach dem Ende der so genannten Lock-up-Periode untersucht. Das berichtet das Hamburger manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe.

Ergebnis der von der Goethe-Universität Frankfurt erstellten Studie: In den ersten sechs Wochen nach der Sperrfrist entwickeln sich die Kurse im Durchschnitt acht Prozent schlechter als der Markt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der gehandelten Aktien um 25 Prozent zu.

Für die Autoren der Studie, Eric Nowak und Alexandra Gropp, zeigen "die Befunde der Untersuchung deutlich, dass mehr Transparenz notwendig ist, was die Verkäufe von Insidern angeht".

Die Deutsche Börse AG will diesem Missstand mit der geplanten Veröffentlichungspflicht von Aktienverkäufen entgegenwirken. Vertreter des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel forderten gegenüber manager magazin, diese Pflicht auch gesetzlich zu verankern. Nur so könne man effizient gegen die Sünder vorgehen.

Achtung, Anleger: Hier laufen die Haltefristen ab

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