Viag/Alusuisse Überraschender Termin

Das Fusionsvorhaben der beiden Mischkonzerne ist offenbar beschlossene Sache. Der Viag-Vorstand hat für Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen.

München - Als Anlaß hieß es nur, die Viag-Führung werde über "aktuelle unternehmenspolitische Ereignisse" berichten. Nach Angaben aus Firmenkreisen handelt es sich voraussichtlich um die Vorstellung des Fusionsvorhabens mit der Algroup. Bisher hatte die Viag offiziell jede Stellungnahme zu diesem Thema abgelehnt. Die Algroup hatte Gespräche zwischen beiden Firmen bestätigt.

Aus Firmenkreisen verlautete in den vergangenen Tagen, das Fusionsvorhaben sei so gut wie beschlossen. In den letzten Tagen hätten nur noch einige steuerliche Fragen geklärt werden müssen. Bei einem Zusammenschluß von Viag und Algroup (Alusuisse-Lonza) würde ein Konzern mit einem Umsatz von gut 50 Milliarden Mark, rund 1,6 Milliarden Mark Gewinn sowie rund 127.000 Beschäftigten entstehen.

Bislang hatte nur die Algroup offiziell bestätigt, daß sie Kooperationsgespräche mit der Viag führe. Ergebnisse lägen aber noch keine vor, hieß es seinerzeit.

Die Viag betrachtet eine Fusion mit dem Schweizer Großkonzern, der zuletzt rund 11,6 Milliarden Mark umsetzte, nach Angaben aus Firmenkreisen als eine ideale Ergänzung. Die Geschäftsfelder Verpackung, Aluminium und Spezialchemie paßten "eins zu eins" zusammen, hieß es. Zugleich würde der Viag-Konzern damit auf einen Schlag die von Vorstandschef Wilhelm Simson kürzlich verkündeten strategischen Ziele erreichen: den Industriebereich der Viag entscheidend zu verstärken und eine Gleichgewichtigkeit der Ertragskraft der Viag- Industrieaktivitäten und der Geschäfte in den Bereichen Energie und Telekommunikation zu erzielen. Bislang kam der Konzerngewinn zu rund 80 Prozent aus der Energiesparte.

Simson hatte vor wenigen Wochen eine neue "Zwei-Säulen-Strategie" verkündet, die zugleich eine Konzentration auf weniger Kernbereiche vorsieht. Der Konzern werde sich von dem Bereich Logistik und damit einem Umsatzvolumen von rund 15 Milliarden Mark trennen, hatte Simson erklärt. Zugleich wolle er aber die verbleibenden industriellen Aktivitäten in der Verpackung, der Spezialchemie und im Aluminiumbereich derart ausbauen, daß sie international in führende Positionen kämen.

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