Telefonanschlüsse Gebühr festgelegt

Die Telekom wird von ihren Konkurrenten für die "letzte Meile" voraussichtlich eine monatliche Miete von 24,80 Mark verlangen dürfen.

Bonn - Die Deutsche Telekom AG kann von ihren Mitstreitern für die Überlassung eines Telefonanschlusses vermutlich eine monatliche Miete von 24,80 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen. Wie am Donnerstag aus mehreren Quellen in Bonn verlautete, zeichnet sich ab, daß die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Montag diesen Betrag festlegen wird. Er würde damit weit unter der Telekom-Forderung von 47,26 Mark liegen, aber auch über den Vorstellungen der neuen Telefongesellschaften. Diese halten 15 bis 20 Mark für akzeptabel.

Als ehemaliges Monopolunternehmen muß die Telekom Wettbewerbern ihre Hausanschlüsse überlassen, damit diese darüber eigene Kunden anbinden können. Die Telekom darf dafür aber eine monatliche Miete verlangen, über deren Höhe eine Beschlußkammer der Regulierungsbehörde bis Montag entscheiden muß.

Ein Sprecher des Regulierers wollte noch keinen Preis nennen. Die Entscheidung werde erst am Montag fallen und veröffentlicht. Die Behörde hatte im März zunächst ein vorläufiges Entgelt von 20,65 Mark festgelegt. Daß sie von diesem Betrag jetzt voraussichtlich nach oben abweicht, wird in der Branche und politischen Kreisen auf die Einflußnahme von Finanzminister Oskar Lafontaine (SPD) sowie anderen Wirtschaftspolitikern von SPD und Bundesregierung zurückgeführt.

In Branchenkreisen wird damit gerechnet, daß die Telekom bei einer Festlegung der Miete auf 24,80 Mark auch die monatliche Grundgebühr für die Endkunden von derzeit 21,39 Mark auf denselben Satz anheben wird. Damit wäre eine zentrale Forderung des Bundeskartellamtes erfüllt. Dieses hat wiederholt darauf gedrungen, die Grundgebühr für Telekom-Kunden und die Miete für die Leitungsnutzung durch Konkurrenten anzugleichen, um so eine Diskriminierung der neuen Anbieter auszuschließen. Außerdem könnte die Telekom mit der Anhebung der Grundgebühr Umsatzverluste aus der für Anfang 1999 geplanten Senkung der Gesprächspreise teilweise wettmachen.

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