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Maxhütte Ausländischer Investor interessiert

Die bayerische Staatsregierung verhandelt mit einem ausländischen Investor über die Übernahme von Anteilen an dem existenzbedrohten Stahlwerk.

Sulzbach-Rosenberg - Bei den Interessenten handelt es sich um einen soliden Investor aus dem europäischen Ausland. Das teilte der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Hans Spitzner am Donnerstag im Landtag mit. Für das ostbayerische Stahlwerk und das angegliederte Rohrwerk Neue Maxhütte GmbH mit zusammen rund 1.500 Beschäftigten wurde Anfang November Vergleichs- und Konkursantrag gestellt.

In Sulzbach-Rosenberg mehren sich parallel dazu die Anzeichen für einen drohenden Konkurs, dem eine Auffanglösung durch einen Investor folgen könnte. Auch der vorläufige Vergleichsverwalter Jobst Wellensiek rechnet offensichtlich nicht mehr damit, die Oberpfälzer Hütte mit einem Vergleich retten zu können, hieß es am Donnerstag aus Kreisen des Maxhütte-Betriebsrats. Als Zeitpunkt für die Eröffnung des Konkursverfahrens sei der 1. Januar 1999 im Gespräch. Die ausstehenden Löhne und Gehälter und das Weihnachtsgeld der Maxhütte- Beschäftigten seien von der Commerzbank Heidelberg bereits aus dem vom Arbeitsamt zu erwartenden Konkursausfallgeld vorfinanziert worden, bestätigte Wellensiek.

Ein Vergleich scheitere dem Betriebsratssprecher zufolge vor allem an der Weigerung der Banken, auf einen Teil ihrer Kreditforderungen von mehr als 40 Millionen Mark zu verzichten. Auch die von der EU geforderte Rückzahlung von rund 70 Millionen Mark rechtswidriger Subventionen an den Freistaat sei nur durch einen Konkurs vom Tisch zu bekommen.

Unterdessen sei es zwischen dem niedersächsischen Stahlunternehmer Jürgen Großmann und Wellensiek bereits zu ersten Gesprächen gekommen, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmers. Großmann hat wiederholt sein Interesse an der Übernahme der Maxhütte und des ebenfalls zahlungsunfähigen Rohrwerks bekundet. Dies wird auch vom Betriebsrat befürwortet. Mit 45 Prozent ist der Freistaat Bayern Hauptgesellschafter der Maxhütte. Seit 1982 hat die Staatsregierung nach Angaben von Finanzminister Kurt Falthauser mehr als eine halbe Milliarde Mark zur Rettung in das einzige ostbayerische Stahlwerk gepumpt. Alle Versuche, die Staatsbeteiligung abzugeben scheiterten bisher, zuletzt am Einspruch der EU.