Carl Zeiss Asienkrise beeinflußt Geschäft

Der Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss Oberkochen verdient wieder Geld - hat die Konsolidierung aber noch nicht abgeschlossen.

Jena - Der Umsatz der Gruppe mit 13.500 Beschäftigten stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) um sechs Prozent auf rund drei Milliarden Mark. Das sagte der Vorstandssprecher Peter Grassmann am Donnerstag in Jena. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von drei auf gut 20 Millionen Mark.

Trotz Fortschritten bei der Ausrichtung des Konzerns habe er sich mehr erhofft, sagte Grassmann. Die Asienkrise und die Zurückhaltung der Halbleiterbranche bei Investitionen hätten Zeiss 200 Millionen Mark Umsatz gekostet. Für das Geschäftsjahr 1998/99 erwartet Grassmann eine Konsolidierung. Angesichts bestehender Risiken in Asien sei nur mit einer leichten Umsatzsteigerung und Ergebnisverbesserung im Konzern zu rechnen. Die Investitionen sollen um zehn Prozent auf 200 Millionen Mark steigen. Die Eigenkapitalquote des Konzerns gab der Vorstand mit unter zehn Prozent an.

Er rechne im zweiten Halbjahr 1999 wieder mit einer wachsenden Nachfrage nach Ausrüstungen für die Chipindustrie, sagte Grassmann. Zeiss werde in diesen Bereich, der im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um gut ein Drittel auf über 500 Millionen Mark steigerte, weiter investieren. Die Halbleitertechnik sei auch beim Ertrag eine wichtige Säule der Gruppe.

Die Carl Zeiss Jena GmbH, neben Oberkochen der zweite Kernstandort in Deutschland, steigerte den Umsatz bis Ende September um zwei Prozent auf 448 Millionen Mark. Der Verlust sank um 18 auf knapp 20 Millionen Mark. Trotz Verkaufs kleinerer Bereiche soll die Belegschaft bei der Thüringer Tochter stabil bei knapp 1500 gehalten werden.

Wachstumsbereiche der Gruppe waren neben der Halbleitertechnik die Industrielle Meßtechnik mit plus 20 Prozent auf 435 Millionen Mark und die Mikroskopie, die jedoch deutliche Verluste schreibe. Der zweitgrößte Unternehmensbereich Medizintechnik lag mit gut 600 Millionen Mark Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich Markenoptik mit Brillen, Ferngläsern und Objektiven, der die Hälfte seines Umsatzes im Inland erzielt, stagnierte bei 740 Millionen Mark.

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