Hohner Keine weiteren Entlassungen

Der Musikinstrumentenhersteller will nach überwundener Krise sein Geschäft dauerhaft stabilisieren.

Trossingen - Die Mitarbeiterzahl von knapp 500 im Konzern und rund 230 in der AG soll nun nicht weiter vermindert werden. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der börsennotierten Matt. Hohner AG, Philipp Gerding, am Donnerstag bei der Bilanzvorlage am Firmensitz Trossingen. Noch vor rund zwei Jahren waren im Durchschnitt 928 Menschen in der Gruppe beschäftigt gewesen.

Hohner will im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 (31. März) den Verlust aus dem operativen Geschäft deutlich zurückführen. Erwartet werden in der AG minus 4,8 Millionen Mark Vorsteuerverlust nach minus 44 Millionen Mark zuvor, sagte der seit Sommer amtierende Gerding. Im Konzern könne möglicherweise sogar die Null-Linie erreicht werden.

Eine Dividende könnte frühestens für 2000/2001 ausgezahlt werden. Die Hohner-Aktionäre gehen seit Jahren leer aus; neuer Mehrheitsaktionär ist die taiwanesische K.H.S. Musical Instruments mit einem Anteil von etwa 70 Prozent. Hohner ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Mundharmonikas und ein großer Hersteller von Akkordeons.

Der Konzern erwarte für 1998/99 ein leichtes Umsatzminus auf etwa 150 Millionen Mark. 1997/98 war der Umsatz laut Geschäftsbericht um fünf Prozent auf 157,2 Millionen Mark gefallen. Aus Forderungsverzichten von Banken und Schuldübernahmen ergaben sich Sondereinnahmen von 33,5 Millionen Mark; deswegen konnte ein kleiner Nachsteuergewinn von 0,3 Millionen Mark nach minus 27 Millionen Mark zuvor dargestellt werden. In der AG betrug der Verlust minus 15,4 (vorher: minus 27,7) Millionen Mark.

Hohner verlagerte einen Teil der Komponentenfertigung nach Asien und machte laut Gerding damit bisher gute Erfahrung. Er kündigte ein Auffrischen der Produktpalette an. Das Verlagsgeschäft von Hohner mit 1,5 Millionen Mark Umsatz wird zum Jahreswechsel zu einem nicht genannten Betrag an die Mainzer Schott-Gruppe verkauft.

Gerding kündigte an, die Vergangenheit von Hohner aufzuarbeiten, Ergebnisse sollen im ersten Vierteljahr 1999 vorliegen. Er schloß auf Fragen ein Vorgehen gegen frühere Verantwortliche nicht aus. Die Aktionäre hatten auf ihrer außerordentlichen Hauptversammlung Ende Juli dem alten Vorstand aus dem Geschäftsjahr 1996/97 die Entlastung verweigert und ihm zusätzlich das Vertrauen entzogen. Die früheren Vorstände amtieren nicht mehr.

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