Handwerk Umsätze steigen

Die Branche profitiert zunehmend von der anziehenden Inlandsnachfrage.

Bonn - Für das nächste Jahr könnten die gut 835.000 Betriebe mit einem Umsatzplus von 1,5 bis zwei Prozent rechnen. Auch bei der Beschäftigtenzahl sei - wie schon in diesem Jahr - mit einem weiteren Zuwachs von rund 50.000 Arbeitsplätzen zu rechnen. Das sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, bei der Vorstellung einer Herbstumfrage unter 23.000 Mitgliedsunternehmen.

Danach steht die Handwerkskonjunktur aber noch "auf tönernen Füßen". Noch immer schlage sich Unsicherheit über die politischen Rahmenbedingungen in einer zurückhaltenden Investitionstätigkeit nieder, erläuterte Schleyer. Deshalb seien trotz leicht anziehender Konjunktur mittelfristig keine stärkeren Impulse zur Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten. Mitverantwortlich dafür machte der ZDH erneut eine zu kurz greifende Steuerreform der neuen Bundesregierung.

Die neuesten Zahlen machen deutlich, daß die Handwerker ihre wirtschaftliche Situation in den vergangenen beiden Jahren kontinuierlich verbessern konnten und sich diese Entwicklung voraussichtlich 1999 fortsetzen wird. Nachdem der Umsatz 1996 noch rückläufig war, nahmen die Erlöse 1997 zunächst um ein halbes Prozent und in diesem Jahr um rund 1,5 Prozent zu. Insgesamt wird das Handwerk damit bis Jahresende auf einen voraussichtlichen Umsatz von 1,039 Billionen Mark kommen.

Beim Geschäftsklima läßt die Umfrage zwischen alten und neuen Bundesländern kaum einen Unterschied erkennen: 75 Prozent aller West-Betriebe und 73 Prozent der Ost-Unternehmen gaben an, daß sich ihre Lage im Laufe dieses Jahres nicht verändert oder verbessert habe. Dabei wachsen Umsätze, Auftragsbestände und Beschäftigtenzahl im früheren Bundesgebiet aber deutlich schneller als in Ostdeutschland.

Auch die Zukunft wird in den neuen Ländern pessimistischer gesehen: 31 Prozent der Betriebe erwarten eine Verschlechterung ihrer Lage, in Westen sind dies nur 25 Prozent. Keine wesentliche Besserung gibt es bislang im ostdeutschen Baugewerbe, wo jedes zweite Unternehmen damit rechnet, bis Jahresende weitere Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen.

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