FAG Kugelfischer Schlechte Zeiten

Der Wälzlagerhersteller hat seine Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr überraschend nach unten korrigiert.

Schweinfurt - Folge der schlechten Zahlen ist ein Stellenabbau. Um wieviele Mitarbeiter es dabei geht, ist allerdings noch nicht bekannt. An den deutschen Standorten will FAG den Personalabbau über sozialverträgliche Maßnahmen erreichen. "Wir werden recht rasch die Konkretisierung vornehmen", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

Der Jahresüberschuß für 1998 werde voraussichtlich um rund 30 Prozent unter dem Vorjahreswert von 110 Millionen Mark liegen. Noch im Oktober hatte FAG für das laufende Jahr mit einem Gewinn "annähernd in Vorjahreshöhe" gerechnet. Die prognostizierten Zuwächse beim Umsatz wurden für das laufende Jahr von sieben auf vier Prozent nach unten korrigiert. 1997 lag der FAG-Umsatz bei 3,22 Milliarden Mark.

Deutschland werde das Kompetenz-Zentrum von FAG bleiben, hieß es. An den ausländischen Standorten seien betriebsbedingte Kündigungen unumgänglich. FAG hat mehr als 17.300 Mitarbeiter, davon 8.500 in Deutschland.

Der Konzern begründete die Neuordnung der Unternehmensstrukturen mit weltweiten Überkapazitäten und Währungsverschiebungen. Diese hätten in Verbindung mit der Finanzkrise in Asien zu wesentlichen Strukturverschiebungen im Wälzlagermarkt geführt. Diese Entwicklung habe sich in der zweiten Jahreshälfte 1998 beschleunigt.

Maßnahmen zur Neuausrichtung des größten Unternehmensbereiches OEM- und Handels-Gesellschaft (Erstausrüster im Maschinenbau) seien bereits eingeleitet worden, hieß es. Bis zum Sommer sollen die europäischen Beteiligungsgesellschaften in einer Europa- Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Schweinfurt zusammengefaßt werden.

Die Auslieferungslager der einzelnen Gesellschaften werden an vier noch nicht genannten Euro-Standorten konzentriert und in ein Euro-Logistiksystem integriert. Bis Mitte 1999 soll auch die weltweite Logistik neugeordnet werden.

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