Inflation Elf-Jahres-Tief

Der Preisauftrieb ist derzeit so gering wie zuletzt 1987.

Wiesbaden - Der anhaltende Verfall der Energiepreise hat die Inflationsrate in Westdeutschland auf ein Elf-Jahres-Tief gedrückt. Im November sank die jährliche Teuerungsrate in Westdeutschland auf 0,6 Prozent - im Oktober waren es 0,7 Prozent gewesen. Diese vorläufige Schätzung gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden auf der Basis von vier Bundesländern ab.

So niedrig war der Preisauftrieb zuletzt im Sommer 1987. In diesem Jahr ist die Inflationsrate seit der Mehrwertsteuererhöhung im April - mit einer Jahresrate von 1,4 Prozent - kontinuierlich rückläufig. Binnen Monatsfrist blieben die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte unverändert.

Maßgeblich für das extrem milde Preisklima ist weiterhin der Rückgang der Preise für Öl und Mineralölprodukte. So kostete Heizöl in Hessen fast ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor, Kraftstoffe waren 4,5 Prozent billiger zu haben. "Aber auch die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme sanken binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent und die Gaspreise um 3,7 Prozent." Gedämpft wurde der Preisauftrieb auch von Nahrungsmitteln, die im Schnitt nur noch 0,4 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor. Billiger wurden vor allem Fleisch, Eier sowie Äpfel und Birnen.

Experten rechnen damit, daß der für die Verbraucher positive Preistrend in den kommenden Monaten anhält. Dies signalisiert die Entwicklung der Einfuhr- und der Produzentenpreise, die erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung auf die Verbraucherstufe durchschlagen. Die Preise für gewerbliche Produkte sanken im Oktober um 1,2 Prozent unter den Vorjahresstand und damit so stark wie nie zuvor seit der deutschen Vereinigung. Importe waren im Oktober sogar durchschnittlich um 5,7 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.

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