Kartellamt weltweite Fusionskontrolle gefordert

Der Chef der Behörde hat eine internationale Institution zur Kontrolle weltweiter Konzernfusionen gefordert.

Berlin/Baden-Baden - Im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des US-Konzerns Bankers Trust durch die Deutsche Bank und der Daimler-Chrysler-Fusion sagte Kartellamtschef Dieter Wolf am Mittwoch im Südwestrundfunk, die Welt erlebe derzeit eine gewaltige Fusionswelle. Diese Megafusionen gingen über das hinaus, was die bestehenden Kartellrechtsordnungen und -behörden bewältigen könnten. Diese Zusammenschlüsse seien auch für die europäische Fusionskontrolle schon "eine Nummer zu groß".

Nach Angaben von Wolf wird auch auf amerikanischer Seite inzwischen über eine Art weltweites Fusionsregime nachgedacht. Eine solche Einrichtung könne zum Beispiel an die Welthandelsorganisation oder an die OECD angehängt werden. Es könne aber auch eine eigenständige Organisation werden. Wichtig sei aber zunächst einmal, über das Thema eines weltweiten Fusionsregimes zu reden. Bisher herrsche dazu weitgehend Sprachlosigkeit.

Angesichts der internationalen Fusionen sollte jedoch nicht in Panik verfallen werden, sagte der Präsident der Behörde. Im Moment gebe es den Trend zur Globalisierung, aber es gebe auch Trends zurück zur Regionalisierung. Am Ende werde es nicht nur einen Weltmarkt mit großen Spielern geben, sondern die Mehrzahl der Märkte werde auch in der ferneren Zukunft regionalisiert sein.

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