Schadensersatz Baan-Aktionäre klagen

Deutsche Aktionäre des niederländischen Unternehmens Baan wollen in den USA eine Sammelklage gegen den Software-Produzenten einreichen.

München - An der Klage beteiligen sich etwa 50 Aktionäre und Vermögensverwalter. Sie werfen der Gesellschaft und führenden Managern vor, "durch falsche und irreführende Angaben über die Finanz- und Geschäftslage sowie die Geschäftsentwicklung den Aktienkurs in die Höhe getrieben und sich hierdurch bereichert zu haben". Das erklärte der Rechtsanwalt Klaus Rotter am Mittwoch in München.

Baan ist einer der Hauptkonkurrenten des deutschen Unternehmens SAP. Im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete Baan einen Verlust von fast 32 Millionen Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Baan noch einen Gewinn von 18 Millionen Dollar erzielt. Der Aktienkurs war in den letzten Monaten massiv eingebrochen. Wegen der hohen Verluste kündigte Baan zuletzt die Streichung von 1200 seiner 6000 Stellen an.

Dem Management werde unter anderem vorgeworfen, den Umsatz "künstlich durch Verkäufe an verbundene Unternehmen in die Höhe getrieben und dem Anlagepublikum ein Wachstum vorgespiegelt zu haben, das in Wirklichkeit nicht bestand", erklärte die Münchner Kanzlei. Von Gesellschaftern, Managern und von Baan kontrollierten Unternehmen seien in dieser Zeit Aktien im Gesamtwert von 37 Millionen Dollar zu den künstlich in die Höhe getriebenen Kursen veräußert worden. Andere Aktionäre könnten sich bis 10. Dezember als registrierte Kläger an dem Verfahren beteiligen.

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