Foris Börse straft Gewinnwarnung ab

Nach einer Gewinnwarnung stürzte die Aktie am Donnerstag ins Bodenlose.

Der Kurs der am Neuen Markt notierten Foris gleicht in dieser Woche einer Achtbahnfahrt. Am Mittwoch notierte die Aktie noch mit einem Plus von über 17 Prozent, am Donnerstag rauschte der Wert dann ordentlich nach unten.

Das Papier ging mit Verlusten von 15,60 Prozent auf 7,25 Euro aus dem Handel und belegte damit den vorletzten Platz am Neuen Markt. Zuvor hatten die Abschläge bis zu 20 Prozent betragen.

Da seien wieder viele Daytrader aktiv, vermutete ein Händler von HSBC Trinkaus & Burkhardt, der Konsortial- und Betreuerbank des Prozessfinanzierers Foris. Erst sei der Kurs explosionsartig nach oben gegangen und dann, als die Zahlen nicht stimmten, gehe es eben genauso schnell wieder nach unten.

Zocker und enttäuschte Anleger steigen aus

Unter diesem Phänomen habe nicht nur der Berliner Prozessfinanzierer Foris zu leiden. Dies betreffe viele andere Werte im Neuen Markt. Zocker würden so schnelle Gewinne mitnehmen. Andere langfristiger orientierte Anleger, seien aber wahrscheinlich einfach nur enttäuscht von den von Foris vorgelegten Zahlen, erklärte der Händler.

Gewinnwarnung nach Börsenschluss

Foris hatte am Mittwoch nach Börsenschluss eine Gewinnwarnung ausgesprochen: Statt der zuvor in Aussicht gestellten Gewinne werde nun wegen Verzögerungen bei mehreren Prozessen mit einem Verlust von bis zu 6,5 Millionen Mark gerechnet.

Konsortialbank hält Foris die Stange

Dessen ungeachtet empfahlen die Analysten von Trinkaus & Burkhardt die Foris-Aktie weiterhin zum "Kauf". Ihrer Meinung nach sei Foris als Erfinder der Finanzdienstleistung "Prozessfinanzierung" weltweit Vorreiter in der Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten. Das aktuelle Kursniveau spiegele nicht die "sehr positiven" Ertragsaussichten wider.