Siemens Herabstufung belastet Infineon

Trotz eines Rekordergebnisses steht die Siemens-Familie an der Börse unter Druck.

Frankfurt am Main - Siemens hat bis zum Mittag mehr als 2,6 Prozent abgeben müssen. Die Konzerntöchter Epcos und Infineon verloren jeweils 2,69 Prozent und 6,93 Prozent.

Händler machten für die Einbußen das negative Umfeld, die Herabstufung der Infineon-Aktie durch Lehman Brothers und die Ankündigung über den Verkauf der Infineon-Anteile durch Siemens verantwortlich.

Frank Albrecht, Händler bei M.M. Warburg, verwies auf das allgemein sehr schlechte Technologie-Umfeld. Die deutschen High-Tech-Werte seien wegen der schlechten Vorgaben vom Mittwoch aus den USA erneut stark belastet. Bei Infineon komme noch dazu, dass die US-Investmentbank Lehman Brothers die Aktie von "Kauf" auf "Outperform" herabgestuft habe.

Ulrike Christel von der Baden-Württembergischen Bank sagte, der komplette Verkauf der Infineon-Anteile durch Siemens erwecke möglicherweise den Eindruck, als traue Siemens der eigenen Tochtergesellschaft nicht mehr. Die Geschäftszahlen von Siemens seien indessen gut gewesen und hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen.

Simon Scholes, ein Analyst der Bankgesellschaft Berlin, erklärte, Siemens habe sehr ambitionierte Ziele für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) der einzelnen Sparten im laufenden Geschäftsjahr ausgegeben. Er sei gespannt, wie der Konzern es bewerkstelligen wolle, dass die Gewinne stärker ansteigen als der Umsatz.

Vor dem Hintergrund des Aktientauschangebots Siemens/Infineon riet Albrecht den Anlegern, bei Siemens einzusteigen. "Wenn man in der Siemens-Familie investiert sein möchte, dann sollte man eher eine Siemens kaufen als eine Infineon. Siemens hat kurzfristig eine bessere Chance als Infineon." Der Preis der Infineon-Aktie werde schon dadurch gedrückt, dass jetzt mehr Aktien auf den Markt kämen.