Brainpool Teure Space-TV-Pläne - Aktie bleibt am Boden

Brainpool hat seine TV-Pläne im All konkretisiert. Diesmal zündet die Kursrakete nicht.

Die Brainpool TV AG hat für das Recht, sieben Gewinner von TV-Shows in den Weltraum zu schicken, 7,5 Millionen Dollar bezahlt. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende der am Neuen Markt notierten TV-Produktionsfirma, Jörg Grabosch, bei der Vorstellung des Projektes "Space Commander" in Bremen.

Am vergangenen Freitag hatte die Meldung, dass Brainpool über eine TV-Game-Show sieben Kandidaten zur ISS schicken will, aus den Papieren eine wahre Kursrakete gemacht. Der Wert schnellte um mehr als 20 Prozent auf rund 23 Euro in die Höhe. Die Konkretisierung der Pläne am Dienstag ließ die Anleger allerdings kalt.

Noch fehlen Zusagen von Sendern für das Projekt

Die TV-Show soll unter anderem in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien über die Bildschirme flimmern. Die Umsatzmöglichkeiten schätzte Grabosch auf 100 Millionen Mark pro Land. Konkrete Zusagen einzelner Sender gebe es aber noch nicht.

Geplant sei, in fünf westeuropäischen Ländern jeweils 90 Prime-Time-Shows rund um die Vorbereitung und den eigentlichen Flug zu produzieren. Dafür suche Brainpool derzeit noch Partner.

Die Federführung bei dem neuen TV-Show-Konzept hat die 100-prozentige Brainpool-Tochter space TV AG. Vertragspartner für die Organisation der Flüge ist die Astrium GmbH, eine 75-prozentige Tochter der Europäischen Luft- und Raumfahrt-Konzerns EADS.

Der Bremer Raumfahrtkonzern Astrium ist gemeinsam mit russischen Partnern für die Ausbildung der Kandidaten, den Transport und den Aufenthalt auf der ISS verantwortlich. Space TV übernimmt die Konzeption der europaweiten Qualifikationswettbewerbe und die komplette Vermarktung des Projekts.

Von der Erde zur ISS geht es per russischer Sojus-Rakete. Im September 2002 soll der erste "Space Commander" ins All starten. Das Spektakel soll bis 2008 laufen.