Deutsche Börse Xetra im Wohnzimmer

Im Konkurrenzkampt um Privatanleger lockt Frankfurt mit Profi-Atmosphäre im Wohnzimmer.

Der Handelsplatz Frankfurt reagiert auf die zunehmende Konkurrenz durch Regionalbörsen und Directbroker. Die Deutsche Börse AG nimmt die Privatanleger stärker als bisher ins Visier. Per Internet kann im kommenden Jahr auch der Kleinanleger den wichtigsten Instrumentenkasten professioneller Händler nutzen. Dies kündigte Vorstand Volker Potthoff am Dienstag in Frankfurt an.

Xetra Live gibt Einblick ins aktuelle Orderbuch

Mit Xetra Live wird ein Informationsbildschirm angeboten, der dem elektronischen Handelssystem Xetra nachempfunden ist. Er soll auch Privatanlegern Einblick in das aktuelle Xetra-Orderbuch ermöglichen.

Per Mausklick kann jedermann sogar die fünf besten Kauf- und Verkaufsgebote für eine bestimmte Aktie sichtbar machen und somit seinen Informationsstand auf professionelles Niveau heben. Erreichbar ist der Dienst allerdings nur auf dem Umweg über eine Internetbank.

Handel aber weiter über Online-Broker

Das Live-Orderbuch ist keine Plattform für den Handel. Für Kauf und Verkauf von Aktien ist weiterhin der direkte Draht zum Online-Broker oder der Anruf beim Anlageberater notwendig. Eine Garantie, zum letzten Preis auch zum Zuge zu kommen, ist damit aber nicht verbunden.

Service-Hotline geplant

In puncto Schnelligkeit will die Frankfurter Wertpapierbörse zusammen mit den Kursmaklern und den großen Kreditinstituten, die sich im "Arbeitskreis Privatanleger" zusammengefunden haben, noch einen Zahn zulegen. Schließlich will die Deutsche Börse gemeinsam mit der Handelsüberwachungsstelle ab dem 2. Januar 2001 eine Service-Hotline einrichten, über die Privatanleger Fragen und Beschwerden zur Ausführung ihrer Orders an der Frankfurter Wertpapierbörse richten können.

Frankfurt führender Handelsplatz in Deutschland

Die Frankfurter Wertpapierbörse vereint mit Xetra und dem Parketthandel nach Darstellung von Potthoff bereits den größten Marktanteil unter den deutschen Börsen auf sich. 94 Prozent aller deutschen Aktienumsätze liefen über Frankfurt, bei heimischen Titeln seien es sogar 96 Prozent.

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