Deutsche Börse Nimmt Privatanleger ins Visier

Der Konkurrenzdruck durch Directbroker wächst. Die Deutsche Börse kämpft um Privatanleger.

Der Handelsplatz Frankfurt reagiert auf die zunehmende Konkurrenz durch Regionalbörsen und Directbroker. Die Deutsche Börse AG nimmt die Privatanleger stärker als bisher ins Visier.

Retail-Initiative wird vorgestellt

Am Dienstag wird die Deutsche Börse eine so genannte Retail-Initiative vorstellen, mittels der die Dienstleistungen für Privatanleger innerhalb des Handelssystems Xetra sowie des maklergestützten Präsenzhandels ausgebaut werden sollen. Dazu will die Deutsche Börse nach eigenen Angaben ein umfangreiches Maßnahmebündel umsetzen.

Mehr Informationen für private Anleger

Bereits zwei Tage später, am Donnerstag, stellt die Deutsche-Börse-Tochter NeuerMarkt.com AG das Geschäftsmodell ihres gleichnamigen Internet-Investmenportals für Privatanleger vor. Damit sollen Privatanleger mit Informationen nicht nur über den Neuen Markt, sondern über das Geschehen an den internationalen Kapitalmärkten informiert werden. Durch das Portal soll zudem die Kommunikation zwischen börsennotierten Unternehmen und Privatanlegern angeregt werden.

Macht sich Deutsche Börse jetzt selbst Konkurrenz?

Brisanz erhält die Retail-Initiative durch den Relaunch des von den Regionalbörsen getragenen maklergestützten Handelssystems Xontro, an dem auch die Deutsche Börse beteiligt ist. Die Trägergesellschaft des Systems, die Braintrade, will die Regionalbörsen bei der Erschließung neuer Marktfelder mit ihrem Handelssystem emtsprechend unterstützen.

Braintrade-Geschäftsführerin Elisabeth Roegele stellte allerdings die Frage, ob die Deutsche Börse mit der Retail-Initiative nicht etwas ins Leben rufe, was sie über ihre Beteiligung an Braintrade/Xontro bereits im Boot habe.

Ein Sprecher der Deutsche Börse betonte indes, die im Zuge der Privatanlegerinitiative geplanten zusätzlichen Dienstleistungen würden keine technischen Auswirkungen auf Xontro haben.