DaimlerChrysler "Ärmster Autobauer in den USA"

Die Liquidität der Autobauer sinkt deutlich. Der Kurs der Aktie gibt nach.

Berichte über dramatisch rückläufige Barreserven des deutsch-amerikanischen Autobauers setzen den Kurs der Aktie unter Druck. Der Titel muss einen großen Teil seiner Gewinne wieder abgeben, notierte aber gegen 17.30 Uhr noch mit 1,95 Prozent im Plus.

Barreserven "gefährlich" niedrig

Die Barreserven von DaimlerChrysler fallen nach einem Bericht des US-Nachrichtenmagazins "Newsweek" auf ein "gefährlich" niedriges Niveau. Nach Darstellung von Firmeninsidern könnte die Liquidität des Autokonzerns bis zum Jahresende auf zwei Milliarden Dollar schrumpfen.

Dies würde auf einen Rückgang von 78 Prozent gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren hinauslaufen. Sollten die Barreserven auf dieses Niveau fallen, wäre DaimlerChrysler laut "Newsweek" der ärmste Autohersteller in Detroit.

Das Magazin bezifferte die liquiden Mittel von General Motors und Ford auf jeweils 13 Milliarden Dollar. Die bedeutende Rating-Agentur Moody's Investors Service hatte den Stand der DaimlerChrysler-Barreserven per September 2000 auf drei Milliarden Dollar geschätzt.

Herabstufung durch Standard & Poor's belastet

Zudem hat auch das amerikanische Rating-Unternehmen Standard & Poor's die Bonität von DaimlerChrysler als Schuldner heruntergestuft. S&P begründete diesen Schritt mit der Erwartung einer langwierigen finanziellen Schwächephase bei der US-Tochter Chrysler. Dadurch wird es für das Unternehmen teurer, Geld zu leihen.

Zugleich gerät der Kurs der Aktie etwa durch die Empfehlung der Bank Gesellschaft Berlin unter Druck. Sie rät den Anlegern die Aktien von DaimlerChrysler zu reduzieren. Der Verkauf des Berliner Bahntechik-Herstellers Adtranz werde sich durch eine zweite Prüfung der EU-Wettbewerbskommission verzögern, begründeten die Analysten.