Fresenius Medical Care US-Klage zieht Kurs in den Keller

Eine anstehende US-Millionen-Klage zog die Aktie des Pharmaunternehmens nach unten.

Der Titel hatte bereits am Freitag nachmittag um mehr als sieben Prozent auf rund 88 Euro nachgegeben und ging schleßlich mit einem Verlust von 8,03 Prozent auf 87,65 Euro als Dax-Verlierer aus dem Handel. "Dies ist ein dramatischer Kursrückgang", erklärte Michael Butscher, Pharmaanalyst bei der Münchener Privatbank Merck Finck.

Klage gegen Fresenius erhoben

Ein Unternehmenssprecher führte den Kursrückgang auf eine US-Klage gegen den früheren Asbestproduzenten W.R. Grace zurück. Auch gegen Fresenius Medical Care und die Banken, die an der Transaktion um National Medical Care im Jahre 1996 beteiligt waren, sei Klage erhoben worden, erklärte der Sprecher am Abend. Die Klage sei allerdings völlig "unberechtigt", sagte der Sprecher des Bad Homburger Pharmaunternehmens weiter.

Fresenius Medical Care war aus der Zusammenlegung der Dialysetätigkeit von Fresenius und National Medical Care entstanden. National Medical Care war eine Tochtergesellschaft von W.R. Grace.

Die Klage gegen Fresenius Medical Care wurde am 28. September 2000 von 15 Personen eingereicht. Diese Antragssteller seien bereits als Kläger in den Asbest-Prozessen aufgetreten und hätten Schadensersatzansprüche gegen den früheren Asbest-Produzenten W.R. Grace erhoben.

Nach Aussage von Pressesprecher Oliver Heieck habe sich W.R. Grace verpflichtet, die FMC sowie alle weiteren Tochtergesellschaften bei Schadensersatzforderungen im Zusammenhang mit Asbest schadlos zu halten. Fresenius oder Fresenius Medical Care hätten nie Asbestprodukte hergesellt.

US-Kläger sehen ungerechtfertigten Vermögensentzug

Die Antragsteller begründeten ihre Klage damit, dass die Übertragung von National Medical Care im Jahre 1996 dazu gedient habe, Grace und damit den Gläubigern wesentliche Vermögenswerte zu entziehen. Grace habe nach Ansicht der Kläger für die Übertragung von National Medical Care einen nicht angemessenen Gegenwert erhalten. "Dies ist nicht korrekt", erklärte hingegen Heieck.

Kommt jetzt eine Millionenforderung?

Die eklatanten Kursrückgänge seien nur gerechtfertigt, wenn es sich bei der Klage um dreistellige Millionenbeträge handele, sagte eine Branchenkennerin.

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