Donnerstag, 12. Dezember 2019

Bewegung im Übernahmepoker Potash prüft feindliche Übernahme von K+S

Notfalls mit Gewalt: Bislang wehrt sich K+S noch gegen das Übernahme-Angebot von Potash in Höhe von 41 Euro je Aktie. Laut Medienberichten will Potash die Kasselaner auch gegen deren Widerstand, also feindlich übernehmen. Die Aktie von K+S legt kräftig zu

Der kanadische Bergbau- und Düngemittelkonzern Potash will einem Pressebericht zufolge den deutschen Konkurrenten K+S im Zweifelsfall feindlich übernehmen. Einen entsprechenden Plan habe der Potash-Vorstand vor Brokern in Kanada ausgebreitet, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise in Montreal. Ein Konzernsprecher schloss dem Blatt gegenüber ein solches Vorgehen auf Nachfrage nicht aus. K+S-Aktien zogen nach der Meldung am Dienstag Abend zeitweise um bis zu 10 Prozent an und notierten zeitweise bei 37,50 Euro. Am Mittwoch im frühen Handel gab die Aktie jedoch wieder leicht nach und notierte zuletzt bei 36 Euro.

Auch die Staatskanzlei in Hessen sei über das weitere Vorgehen der Kanadier informiert, schreibt das Handelsblatt. Ein Sprecher von Ministerpräsident Volker Bouffier habe bestätigt, dass es in Wiesbaden ein neuerliches Treffen auf höchster Ebene gegeben habe. Zu Inhalten äußerte er sich laut dem Blatt nicht. Laut Potash sei es dabei um weitreichende Standort- und Arbeitsplatzgarantien gegangen.

Potash bemüht sich seit Monaten, K+S zu Gesprächen zu bewegen. Die Kanadier bieten für den Kasseler Konkurrenten seit Ende Juni 41 Euro je Aktie. Der K+S-Vorstand hatte die Offerte bereits mehrfach als zu niedrig zurückgewiesen. Zudem fehlen dem Management zufolge verbindliche Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14.000 K+S-Beschäftigten. Sollte ein neuer Vorschlag unterbreitet werden, wollen die Kasseler diesen jedoch prüfen

K+S im Übernahmekampf: Nur bedingt abwehrbereit

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