Anlagen 25 Millionen Deutsche haben Aktien

In Deutschland gibt es einer Umfrage zufolge rund doppelt so viele Aktionäre wie bisher angenommen.

Berlin - "Die Welt" veröffentlichte am Montag Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage, wonach 37 Prozent der Bundesbürger oder 25 Millionen Deutsche Aktien oder Aktienfonds besitzen. Bisher waren Experten von bundesweit nur knapp 20 Prozent Aktienbesitzern ausgegangen.

Im Westen liegt die Aktionärsquote deutlich höher

Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge hatten Mitte des Jahres 17,7 Prozent der Bevölkerung Aktien oder Anteile an Aktienfonds; dies entsprach einer Gesamtzahl vom 11,3 Millionen Aktionären. Der neuen Forsa-Umfrage zufolge liegt die Aktionärsquote in Westdeutschland mit 39 Prozent fast zehn Prozentpunkte über jener im Osten.

Vor allem in den vergangenen Monaten habe sich die Aktie als Anlageform in Deutschland "rasant" ausgebreitet. Dies liege vermutlich an namhaften Emissionen wie jener der Deutschen Post, der Commerzbank-Tochter comdirect, der SAP-Tochter SAP SI, des Finanzdienstleisters AWD, der ersten Fußballaktie des Bundesligisten Borussia Dortmund sowie der dritten Tranche Telekom-Aktien. Allein bei diesen sechs Neuemissionen seien mehr als 500 Millionen Aktien in den Markt gegeben worden.

Viele stiegen spät ein und machten jetzt Verluste

Zwei Drittel der Aktionäre haben der Umfrage zufolge in den vergangenen zwölf Monaten Aktien oder Fondsanteile gekauft. Viele von ihnen dürften damit zu vergleichsweise hohen Preisen eingestiegen sein und könnten bei den Börsenturbulenzen der vergangenen Monate möglicherweise viel Geld verloren haben.

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