BVB Reicher Club - arme Anleger

260 Millionen Mark aus dem Börsengang machen die Borussia "zum reichsten Fussball-Club Europas, wenn nicht gar der Welt". Der Aktienkurs bleibt aber noch unter dem Ausgabepreis.

Dortmund - Zwar warten Anleger noch auf einen Gewinn ihres Investments, doch beim Club ist die Freude groß. Der börsennotierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat im Geschäftsjahr 1999/2000 vor dem Börsengang einen Rekordumsatz von 184 Millionen Mark erzielt. Gegenüber den 160,7 Millionen Mark aus dem Vorjahr beträgt das Plus 15 Prozent.

Als Gewinn vor Steuern weist die Bilanz der Westfalen per Stichtag 30. Juni 4,7 Millionen Mark aus. Diese Zahlen verkündete Präsident Gerd Niebaum Sonntag auf der Jahreshauptversammlung.

Damit bestätigten die Westfalen auch in der verkorksten letzten Saison, als sogar der Abstieg drohte, ihren Status als zweitstärkste wirtschaftliche Kraft der Liga hinter Bayern München. Der deutsche Meister aus München hatte am vergangenen Freitag eine neue Umsatz-Bestmarke von 283 Millionen Mark präsentiert und schlägt die börsennotierten Dortmunder damit um gut 100 Millionen Mark.

Auch im Bereich Sponsoring und Merchandising legten die Borussen zu. Der Umsatz stieg von 55,08 auf 69,9 Millionen Mark.

Seit dem 31. Oktober werden die Aktien des ersten deutschen Börsenklubs gehandelt. BVB-Boss Niebaum bestätigte einen Erlös durch den Börsengang nach der Umwandlung des Klubs in eine Kommandit-Gesellschaft auf Aktien von 260 Millionen Mark, die zur Verstärkung der Mannschaft und anderer Geschäftsbereiche verwendet werden sollen. Das Eigenkapital des Vereins beträgt nach dem Börsengang 305,4 Millionen Mark.

"Damit dürfte die Borussia einer der Klubs mit dem größten Vereinsvermögen in Europa oder gar der Welt sein", erklärte Niebaum.

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