Telekom Analysten haben viele Fragen

Am Dienstag sind Zahlen fällig, aber vor allem eine klare Strategie. Nach der UMTS-Absage in Frankreich und der Schweiz möchten Analysten und Investoren wissen, wie sich der Konzern weltweit positionieren will.

Bonn - Wenn die Deutsche Telekom, Europas umsatzstärkster Telefonkonzern, am Dienstag Zahlen vorlegt, werden Analysten und Investoren eine Menge Fragen haben.

Die ersten Bilanzzahlen bis September haben die Bonner für die Telekom und die Tochter T-Online bereits vorgelegt. Überraschungen sind daher kaum zu erwarten. Es bleibt daher Zeit genug, um sich auf strategische Fragen zu konzentrieren.

Vorstandschef Ron Sommer muss nicht nur erklären, wie seine Europa-Strategie nach der überraschenden Absage an den UMTS-Auktionen in Frankreich und der Schweiz aussieht. Er muss ausserdem einen neuen Chef für die nicht-profitable T-Online International benennen.

Die Nicht-Teilnahme an der UMTS-Auktion in Frankreich stösst bei vielen Analysten auf Unverständnis. Zwar sei der Kauf einer Lizenz ein großes finanzielles Risiko. Dafür verpasse die Telekom ohne Lizenz das wichtige strategische Ziel, in Europa eine führende Rolle zu spielen.

Die Bankgesellschaft Berlin hat die Aktie darauf hin schon von "Kaufen" auf "Akkumulieren" zurück gestuft. Zu deutsch: Die Aktie ist kein "Muß" im Depot - es genügt, langsam nachzukaufen, wenn sich kursbedingt eine gute Gelegenheit gibt.

Die Telekom hatte die Teilnahme an der Auktion um die vier UMTS-Lizenzen in Frankreich am Mittwoch abgesagt. Damit können die Bonner allenfalls Junior-Partner in einem Konsortium mit einem Lizenz-Inhaber werden, wenn sie in diesem wichtigen Markt Fuß fassen will. Das gleiche gilt für die Schweiz. Im schlimmsten Fall bleibt die Telekom in beiden Märkten aussen vor.

Die Entscheidung wurde von der Telekom unter anderem mit dem schwindenden Gewinn aus dem herkömmlichen Geschäft begründet. Hier sind die Bonner durch den Wettbewerb stark unter Druck.

Nach den letzten Zahlen ist der Gewinn - ohne einmalige Einnahmen - im dritten Quartal auf "praktisch Null" gesunken. Das Geld ging vor allem für das Marketing zur Gewinnung neuer Mobilfunk-Kunden drauf. Im Jahr zuvor hatte die Telekom noch einen Gewinn von 299 Millionen Euro erwirtschaftet.

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