Marktausblick "Endphase der Korrektur"

Börsianer blicken optimistisch in die kommende Handelswoche. Der Aufschwung am Neuen Markt sollte sich fortsetzen.

Frankfurt am Main - Für die kommende Woche rechnen die Experten mit einer Fortführung der Erholung an den Börsen. Der Markt sei deutlich überverkauft. Mit 3000 Punkten haben der Nemax-50 kurzfristig einen Boden gefunden, sagte Dieter Schwartz, Analyst bei Dresdner Kleinwort Benson.

Mittelfristig könne für den Neuen Markt allerdings noch keine Entwarnung gegeben werden, sagten Experten. Franz Kaim, Analyst beim Düsseldorfer Wertpapierhaus Lang & Schwarz, hält es durchaus für möglich, dass der Nemax-50 noch einmal die Marke von 3000 Punkten anteste, bevor die Kurse im kommenden Jahr wieder nachhaltig ins Plus drehen.

Die Stimmung am Markt wird wieder besser

"Wir befinden uns aber in der Endphase der Korrektur", sagte Kaim. Für den unabhängigen Analysten Wieland Staud ist dabei entscheidend, dass der Nemax-50 die Aufwärtstendenz in den kommenden beiden Wochen beibehalten kann. Andernfalls müsse mit deutlichen Kursabschwächungen gerechnet werden.

Lambert Witzell, Händler beim Bankhaus M.M. Warburg sagte, erst wenn der Neue Markt ein "faires Bewertungsniveau" erreicht habe, könne er sich wieder längerfristig im Plus halten. Unsicherheiten bestünden insbesondere wegen der konjunkturellen Entwicklung.

Von einer "schleichenden Trendwende", geht ein Stuttgarter Händler aus. "Gleich wieder euphorisch zu sein, wäre schlecht". Es könne nur mit Pessimismus nach oben gehen, fügte er hinzu.

US-Präsidentschaftswahlen könnten bald entschieden sein

Als mögliche Impulse für eine Erholung am Neuen Markt sehen Börsianer insbesondere eine Konsolidierung und Erholung an der Nasdaq und eine endgültige Entscheidung bei der Präsidentenwahl in den USA. Lang & Schwarz-Analyst Kaim sagte, es müsse zudem eine "weiche Landung der US-Konjunktur" in den USA gelingen. Auch spielten die Entwicklung des Euro und ein stabiles Zinsniveau eine wichtige Rolle.

Die Experten wiesen darauf hin, dass der Nemax-50 zunächst nur ein Aufwärtspotenzial von etwa 200 Punkten besitze. Schon bei 3720 Punkten treffe er auf einen ersten und bei 4384 auf einen sehr starken Widerstand. Die Sprung über diese Hürde sei sehr schwierig, da viele Unternehmen in jüngster Zeit ihre hochgesteckten Ergebnisziele verfehlt hätten, so Trudbert Merkel, Fonds-Manager bei Deka Kapital.

Außerdem müsse mit weiteren Verkäufen Institutioneller Anleger gerechnet werden. Durch den Kursverlust vieler Titel seien die Fonds gezwungen, ihre Portfolios der veränderten Situation anzupassen.

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