Deutsche Telekom Spekulationen um neue Kooperation

Die T-Aktie profitiert von Gerüchten über eine mögliche Fusion mit Sonera.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Telekom profitiert von anhaltenden Gerüchten über eine Kooperation mit dem Rivalen Sonera und dem Rücktritt von Klaus Dieter Scheurle als Chef der Regulierungsbehörde.

Am Freitag schloss die T-Aktie knapp drei Prozent im Plus und gehörte damit zu den Top-Werten im Blue-Chip-Index.

Möglicher Partner der Telekom: Sonera

Auf dem Börsenparkett kursierten zum Wochenschluss Spekulationen über eine mögliche Kooperation mit Sonera. Allerdings wurde am Markt bereits auf die Risiken verwiesen: Sonera müsse bei einer Kooperation wahrscheinlich zur Wahrung des Wettbewerbsrechtes die Zusammenarbeit mit Telefonica in der Group 3G beenden, die eine deutsche UMTS-Mobilfunklizenz ersteigert hatte.

Einige Händler zeigten sich kritisch. Eine Kooperation sei insbesondere in nächster Zeit wegen der mangelnden Liquidität der Deutschen Telekom unwahrscheinlich. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zu den Gerüchten ab.

Scheurles Rücktritt ist "ein positives Signal"

Das frühzeitige Ausscheiden des Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle (CSU), ist nach Einschätzung von Analysten ebenfalls ein "positives Signal" für die Deutsche Telekom. Scheurle gibt sein Amt zum Jahresende auf und geht als Telekom-Marktexperte zur Investmentbank Credit Suisse First Boston.

"Scheurle gilt als klarer Verfechter des Wettbewerbs und nicht unbedingt als Freund der Deutschen Telekom", sagte Frank Rothauge, Analyst bei der Oppenheim Finanzanalyse. Bei Scheurles Vorgesetztem, Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), sei das anders.

Wenn dieser nun über einen Nachfolger entscheide, werde die Regulierungspolitik in Zukunft wahrscheinlich etwas Telekom-freundlicher aussehen. Als Scheurles Nachfolger wird der bisherige Vizepräsident der Behörde, Matthias Kurth (SPD), gehandelt.

Der Analyst Theo Kitz von Merck Finck rechnet ebenfalls mit positiven Auswirkungen des Personalwechsels auf die Telekom-Aktie. Zudem wolle der Bund mit der Besetzung den Kurs sichern und abstützen, weil er daran interessiert sei, weitere Staatsanteile zu veräußern. Kitz rechnet derzeit mit einer sicheren Bodenbildung der Aktie.

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