Niki Lauda Geht noch nicht in Rente

Den Chefsessel hat der ehemalige Formel-1-Weltmeister verlassen. Dennoch will er für seine Fluglinie weiter fliegen.

Wien - Der Unternehmensgründer kündigte einen Tag nach seinem Rücktritt an, auch künftig als Kapitän im Cockpit zu sitzen. "In die Rente geh' ich sicher nicht."

Niki Lauda erwartet mit Blick auf seine Widersacher bei den Austrian Airlines (AUA), die 36 Prozent der Lauda-Anteile halten, noch heftige Auseinandersetzungen: "Jetzt wird Schmutzwäsche gewaschen. Die Schlammschlacht wird kommen." Er werde sich daran nicht beteiligen.

Die AUA hat am Mittwoch in Wien "die schwierige finanzielle Situation der Lauda Air" für ihr eigenes Bilanzminus verantwortlich gemacht. Große Teile des Verlustes von 261 Millionen Schilling (rund 37 Millionen Mark) aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seien durch Lauda Air hervorgerufen worden.

Interimsvostand wird am Samstag bestimmt

Am Samstag wird der Lauda Air-Aufsichtsrat nach diesen Informationen einen Interimsvorstand bestimmen.

Die beiden übrigen Mitglieder des Lauda Air-Vorstands, Peter Henning Thöle und Otmar Lenz, haben bisher ihren Rücktritt nicht erklärt. Wenn der restliche Vorstand nicht von sich aus zurücktrete, dann werde man das Aktiengesetz zur Anwendung bringen, kündigte ein Aufsichtsrat an.

An der Spitze der Lauda Air stand bisher ein dreiköpfiger Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Niki Lauda, der auch für die Ressorts Flugbetrieb einschließlich Öffentlichkeitsarbeit und Verhandlung strategischer Partnerschaften zuständig war. Das Ressort Finanzen und Verwaltung wurde betreut von Peter Henning Thöle, für Verkauf, Marketing, Bodendienste und Technik war bisher Otmar Lenz zuständig.

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